Redmond/Hamburg - Sie kämpfen an allen Fronten: Microsoft
mit MSN, Yahoo
, AOL und Google
- ob bei Suchmaschinen, Web-Anzeigen oder Internettelefonie. Wie erbittert der Wettstreit geführt wird, zeigt etwa, dass Microsoft just am gleichen Tag wie Yahoo bekannt gab, hier zu Lande ein Angebot für Web-Telefonie zu offerieren. Die Beta-Test-Version sei in den USA schon gestartet. Demnächst gehe es auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien los. Der Zeitpunkt ist noch offen, aber in den kommenden Wochen soll der Dienst bereitstehen.
Yahoo dagegen ist schon weiter. Der neue Service "Yahoo Voice 7.5" ist ab sofort freigeschaltet. Für 1,2 Cent pro Minute könne man ins deutsche Fest- und Mobilfunknetz telefonieren. Gespräche ins Ausland sind dagegen etwas teurer, die Verbindung schlägt mit zwei Cent pro Minute zu Buche. Anders als bei Microsoft kann bei Yahoos Service das normale Telefon genutzt werden.
Der Softwarekonzern aus Redmond befindet sich derweil noch in der Testphase. Zusammen mit dem Telefonriesen MCI, ehemals Worldcom, demnächst bei Verizon, hat Microsoft ein Angebot entwickelt, das als Teil des "Windows Live Messenger" an den Start gehen soll.
Der Name des Services: "MCI Web Calling for Windows Live Call". Nach der Registrierung könnten die Nutzer derzeit eine Stunde kostenlos ins Festnetz telefonieren, natürlich nur in der Testphase. Danach seien Gebühren von 2,23 US-Cent pro Minute für Gespräche nach Kanada, in die USA und einigen Ländern Europas geplant.
Rasantes Wachstum
Auch in Europa soll der Konzern MCI, der weltweit aktiv ist, zur Seite stehen. Die genauen Tarife stünden derzeit noch nicht fest und sollen erst 2006 bekannt gegeben werden, wenn das Angebot offiziell startet. Gespräche seien dann in 220 Länder möglich, hieß es.
Der Markt für Web-Telefonie gilt als einer der am stärksten wachsenden Bereiche der Telekommunikation. Die Unternehmensberatung Gartner rechnet damit, dass sich das Marktvolumen für Internettelefonie von 2004 bis 2009 vervierfachen wird. Das Marktforschungsunternehmen Ovum prognostiziert allein für Westeuropa im Jahr 2008 das Marktvolumen für Internettelefonie-Dienste auf 1,4 Milliarden Dollar - in diesem Jahr liegt es bei nur 200 Millionen Dollar.
Noch wird der Markt von Anbietern wie Skype, Vonage und AOL beherrscht. Die Ankündigung von Microsoft könnte den Markt nun noch einmal aufmischen, denn die Verbreitung von Windows ist hoch. Für Firmen wie Skype, ein luxemburgisches Unternehmen, das im Oktober von Ebay
für 2,1 Milliarden Euro übernommen wurde, könnte es eine gehörige Kraftanstrengung bedeuten, sich auf dem Markt zu behaupten. Skype hat jedoch mit Ebay einen starken Partner im Rücken.
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