Menlo Park - Der US-Computerkonzern Sun Microsystems
will unter anderem seine Infrastruktur-Software Java Enterprise System sowie Java-Entwicklerwerkzeuge kostenlos anbieten. "Unsere Kunden haben uns um die Befreiung vom mühsamen Vorgehen bei den Lizenzen und der System-Integration gebeten", sagte Sun-Präsident Jonathan Schwartz. Die Software sei mit diesem Schritt die einzige komplett verfügbare und offene Infrastrukturplattform.
Sun versucht damit, sich vor allem gegen die Konkurrenz von Microsoft bei Serveranwendungen durchzusetzen. Bereits zu Beginn dieses Jahres hatte das Unternehmen den Quellcode seines kostenlosen Betriebssystems Solaris veröffentlicht. Geld will Sun dabei mit zusätzlichen Leistungen verdienen.
Das Unternehmen setzt zunehmend auf Entwicklungs- und Serviceldiensten für Unternehmen als Einnahmequelle und nicht mehr auf den Verkauf von Softwarelizenzen. Das kalifornische Unternehmen galt lange als technologisch richtungweisend im Silicon Valley. Zuletzt hatte Sun im Geschäft mit Software für Unternehmensserver wachsende Konkurrenz durch Microsoft
und IBM
und Dell
bekommen.
Erst vor ein paar Tagen hatte Sun angekündigt seine Serverlandschaft weiter auszubauen. Demnächst will Sun einen Rechner mit einem neuen Sparc-Mikroprozessors vorstellen. Dessen Leistung soll höher sein als die des Xeon-Chips von Intel und der Power-Familie von IBM.
Chef Scott McNealy kündigte zudem im Oktober eine Partnerschaft mit Google an, die dazu dienen soll, die Java-Plattform weiter zu verbreiten. Eine große Gefahr sieht der Sun-Chef offenbar in Microsoft, das mit seiner Dotnet-Ebene dem Konzern Probleme verschafft. Entschieden sich die Kunden für Dotnet, habe Sun keine Chance, sagte McNeally. Wählten sie Java, könne Sun ihnen Leistungen wie Server, Speichersysteme, Betriebssysteme, Verträge für Service und Unterhalt verkaufen.
Zuletzt enttäuschte Sun allerdings beim Umsatz. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006 meldete das Unternehmen einen Verlust von 123 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 2,73 Milliarden Dollar, was weniger war, als von Analysten erwartet. "Viele Konsumenten halten sich wohl mit dem Kaufen zurück und warten auf neue Produkte", kommentierte McNealy. Mit der Umsonst-Software will er die Entscheidungsfindung offenbar beschleunigen.
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