Von Holger Dambeck
Blockierte Funktionen freigeben
"Wenn irgend etwas schief läuft, können die Leute ihr Handy an mich schicken", erklärte er. Monatlich habe er inzwischen eine dreistellige Anzahl von Kunden. "Da sind auch einige Stammkunden darunter, die offenbar immer wieder Handys von Freunden und Bekannten reaktivieren." Ärger mit Mobilfunkanbietern habe er bislang noch nicht gehabt.
Mit der neuen Software verschwindet nicht nur Werbung aus den Menüs - es werden auch manche von den Mobilfunkern abgestellte Funktionen aktiviert. Zum Beispiel die, eigene MP3s als Klingelton zu verwenden, statt diese teuer zu kaufen. Oder die Möglichkeit, Klingeltöne per Bluetooth an andere Handys zu senden.
"Bei Klingeltönen ist das eine Rechtsfrage", begründet Vodafone-Sprecherin Donges die auferlegten Beschränkungen. Dass dahinter auch geschäftliche Interessen stehen, leugnet sie nicht: "Natürlich freuen wir uns, wenn die Leute Klingeltöne kaufen."
Besonders stark sind die Einschränkungen beim so genannten Walkman-Telefon von SonyEricsson W800. T-Mobile verkauft das Handy nicht nur als W800, sondern in identischer Hardware, jedoch in anderer Farbe und mit schlichteren Kopfhörern auch unter dem Namen D750. Ärgerlich beim D750 ist unter anderem die rudimentäre MP3-Player-Software. Der integrierte Player hat nicht einmal eine Übersicht der Titel nach Interpreten. Mühsam muss sich der Benutzer Playlisten mit der Hand zusammenstellen, um schnell auf seinen Lieblingsalben zugreifen zu können. Nach dem Reaktivieren meldet sich das D750 an der USB-Schnittstelle des PC als SonyEricsson W800 - der Identitätswechsel ist geglückt.
Die Mobilfunknetzbetreiber sehen das Handy-Reaktivieren nicht so gern und warnen immer wieder davor, dass man danach die Gewährleistung verliert. Das Amtsgericht Potsdam wertete reaktivierte Handys hingegen als "Sachmangel", wie es im März in einem Urteil gegen T-Mobile entschied. Das Unternehmen musste dem Kunden den Kaufpreis zurückerstatten, der wegen der Sondertastenbelegung geklagt hatte.
Auf welch verschlungenen Pfaden die Originalsoftware von den Handyherstellern zu den Dienstleistern gelangt, ist unklar. Es könnte sogar sein, dass mancher Produzent ein bisschen nachhilft. Schließlich profitieren sie indirekt von den Angeboten, bei denen auch Kartensperren entfernt werden, die Handy-Nutzer an einen Anbieter binden sollen. "Dadurch verdienen die Handyhersteller vielleicht sogar noch mehr, weil mehr Geräte verkauft werden", vermutet Schwager. Das Nachsehen haben die Mobilfunknetzbetreiber, die die Geräte subventioniert verkaufen.
Die einfachste Variante des Markenwechsels kommt übrigens ganz ohne Software aus. Stattdessen greifen Handybesitzer zu speziellen Radiergummis und rubbeln in minutenlanger Kleinarbeit die aufgedruckten Provider-Logos von den Telefongehäusen. Sehr gut funktioniert das beispielsweise beim SonyEricsson T610. Beim D750 verwendet T-Mobile inzwischen offenbar ein anderes Druckverfahren - der Radiergummi ist wirkungslos. "Da hilft nur ein Austausch der Schale", meint der Berliner Spezialist Schwager. "T-Mobile lernt dazu."
P.S. Inzwischen bin ich - soweit möglich - auf SMS und MMS von Notebook über WLAN-DSL oder GMS UND meinem Internet-Providerumgestiegen. Billiger, bequemer, nur das Notebook ist ein wenig zu groß ... Weiterer Vorteil: viel [...] mehr...
Als chronischer Wenigtelefonierer benutze ich eine "Prepaid"-Karte, die ich nur nicht vergessen darf, rechtzeitig aufzuladen, bevor die Einheiten verfallen. Zu Hause habe ich das Festnetz über DSL im ganzen Land für weniger als [...] mehr...
Also, es waren die Vorstände von: Deutsche Telekom, Mannesmann Mobilfunk, Mobilfunk, E-Plus/Huchison, Viag Intercom und G3 (Telefonica/Sonera). 8-) Wahrscheinlich haben sie sich von irgendwelchen hippen, technikbesessenen [...] mehr...
Brave new world eben. mehr...
Das ist natürlich richtig, fragt sich nur noch, welche Trottel von Unternehmensberatern hier einen Riesenwachstumsmarkt z. b. für Spielfilmübertragungen auf Briefmarkengröße vorhergesagt haben und welche Obertrottel von [...] mehr...
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