01.11.2005
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UMTS

Neuer Streit um alte Lizenzen

2. Teil: Nachfrage übersteigt das Angebot

T-Mobile warnt vor Geschäftsrisiken

T-Mobile-Technikchef Joachim Horn warnte: "Wenn wir nicht das ganze Erweiterungsband haben, bedeutet das eine technische Verzögerung, die unsere Planungs- und Investitionssicherheit massiv beeinträchtigen könnte." Auch Analyst Sander sieht die Notwendigkeit für weiteres UMTS-Spektrum, wenn die mobile Datenkommunikation Fahrt aufnimmt. "In den USA, wo sie verbreiteter ist, wird es schon langsam knapp", bemerkte der Mobilfunkexperte.

Technikmuffel: Unter den UMTS-Nutzern ist der Anteil der Deutschen weltweit gering
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DER SPIEGEL

Technikmuffel:
Unter den UMTS-Nutzern ist der Anteil der Deutschen weltweit gering

Die Interessen prallen aber nicht nur zwischen Etablierten und Neulingen aufeinander. Breitbandanbieter wie die Hamburger Broadnet wollen, dass das gesamte Erweiterungsband nicht für UMTS alleine, sondern "technologieneutral" auch für andere mobile Nutzungen dienen soll.

In Frage komme hier unter anderem eine Weiterentwicklung der superschnellen Funktechnik Wimax, die bisher vor allem in Gegenden ohne DSL-Festnetzleitungen Verwendung findet. Internet via Funk bietet auch das Unternehmen Airdata an, das dafür - befristet bis Ende 2007- einen Teil des UMTS-Reservespektrums verwenden darf. Die Stuttgarter fordern nun eine Verlängerung ihrer Nutzungsrechte. T-Mobile droht mit Klage, sollte es dazu kommen.

Nachfrage übersteigt das Angebot

Die Schlussfolgerung von Chefregulierer Matthias Kurth aus den "widerstreitenden Interessenlagen": Die Nachfrage übersteigt das Angebot an Spektrum; Engpässe seien möglich. Er will die Gegensätze möglichst unter einen Hut bringen.

Doch die ersten Überlegungen zur Lösung der Probleme, die Kurth jetzt präsentierte, stellen keinen recht zufrieden. So sollen die vier etablierten UMTS-Betreiber aus der Reserve statt der geforderten zwei Mal 20 MHz nur jeweils zehn Megahertz im Doppelpack erhalten, und das auch nur in einem bestimmten Abschnitt des Ersatzbandes. Für Neueinsteiger soll im ersten Schritt das bestehende Band in Frage kommen. Doch die zurückgegebenen Mobilcom-Frequenzen ließen derzeit nur Platz für einen Anbieter, konstatierte Kurth.

Broadnet bekam zur Antwort, für andere Nutzungen als UMTS solle es nicht die komplette, sondern ebenfalls nur einen Teil der Ersatzkapazität geben. Und Airdata wurde praktisch abschlägig beschieden. Bis Jahresende will die Bundesnetzagentur nun auf Basis einer Befragung einen Vorschlag für eine Gesamtlösung unterbreiten. Kurths oberstes Ziel: "So schnell wie möglich den Bedarf befriedigen."

Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires

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