Hamburg - Der Ton wird schärfer zwischen Microsoft
und seinem neuen, vielleicht einzig ernsthaften Konkurrenten. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Google
in so kurzer Zeit vom Liebling der Netzgemeinde zum kritisch bis ablehnend beäugten Buhmann wird? Und dass ausgerechnet Microsoft so manchem plötzlich als notwendiger, gar sympathischer Konkurrent erscheinen könnte?
"Die längsten Flitterwochen, die ich je gesehen habe" Microsoft-Gründer Bill Gates
CNet und Google sind sich zurzeit gar nicht grün. Dementsprechend freundlich waren auch die Fragen, die Gates serviert bekam. Darunter gegen Google gerichtete Steilvorlagen wie der Satz "wenn die irgendwas machen, dann kriegen sie Aufmerksamkeit. Oder, Herr Gates?"
"Die sind in der Flitterwochen-Phase"
Der so elegant Angespielte verwandelte die Frage pflichtschuldig und leicht gehässig mit "ja, sie machen 'wir-jetzt-auch'-Google-Talk und alle halten es für eine große Sache." Google Talk ist ein Instant-Messaging-Dienst, der eines Tages auch Internettelefonie ermöglichen soll - ein direktes Konkurrenzprodukt zu Microsofts Messenger und anderen ähnlichen Programmen, etwa von AOL
.
Google sei immer noch in der "Flitterwochen-Phase", stichelte Gates. "Die Leute glauben, dass die jederzeit alles hinkriegen, auf jede erdenkliche Art." Auch Microsoft habe eine solche Flitterwochen-Phase gehabt, und andere Mitbewerber ebenfalls, "aber ich würde sagen, in gewisser Weise sind das die längsten Flitterwochen, die ich je gesehen habe".
Die Suchmaschine werbe ja mit dem Spruch, dass sie "die Information der ganzen Welt organisieren" wolle. Microsoft wolle etwas anderes: Den Menschen die Werkzeuge in die Hand geben, die Information der gesamten Welt zu organisieren. "Wir kennen ihren Slogan, und wir sind anderer Meinung." Kritische Gegenfragen zur Position von Microsoft fanden nicht statt.
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