Berlin/Stuttgart - Digitalfotografie geht schnell und einfach - doch das Bilderanschauen ist noch immer auf Papier am schönsten. Wer seine Digitalbilder ins Labor gibt, muss ein paar Tage auf die klassisch entwickelten Abzüge warten. Schneller geht es am heimischen Schreibtisch, entweder mit einem Tintenstrahl- oder einem Thermosublimationsdrucker.
Die Stiftung Warentest allerdings weist immer wieder darauf hin, dass der Fotodruck zu Hause ein teures Vergnügen ist. "Papier und Tinte können schnell ins Geld gehen", sagt Warentesterin Simone Vintz in Berlin.
Denn das Papier, das es in vielen verschiedenen Stärken gibt, kostet zwischen 10 und 50 Euro - für 10, 20, 50 oder 100 Blatt. Damit liegen die Papierkosten für ein Bild bei mindestens 12,5 Cent. Zusammen mit den Kosten für Drucker und Tinte summiert sich der Preis für ein Bild auf knapp 15 Cent. Im Internet erhält man den Abzug ab 4 Cent.
Um die Kosten im Rahmen zu halten, lohnt ein Preisvergleich im Internet. "Im Netz findet man oft die günstigeren Angebote - doch die Bestellung lohnt sich eher bei mehreren Packungen", sagt Vintz. Hinzu kommt beim normalen DIN-A4-Papier der Verschnitt, der entsteht, wenn 9x13- oder 10x15-Bilder gedruckt werden.
Quadratisch, oval oder rund
Allerdings haben sich die Papierhersteller hier schon einiges ausgedacht: "Spezielle Layoutsoftware dreht die Bilder so, dass vier Fotos auf eine A4-Seite passen", sagt Michael Richter, Produktspezialist bei Canon in Krefeld. Es gibt zudem bereits geschnittenes Papier, das die Fotodrucker verarbeiten können. Auch beidseitig bedruckbares Papier für das Album wird angeboten. Vorsicht ist bei Papier geboten, das mit Schere oder Cutter in Form gebracht werden muss: "Das gibt meist schiefe Ränder", sagt Vintz.
Von Vorteil sind die Einheitspapiere allerdings bei selbst definierten Formaten. "Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: quadratisch, oval - jeder Sonderwunsch ist machbar", sagt Vintz. Aber auch bei der Kreativität ist Selbstbeherrschung gefragt: "Wer schaut und probedruckt, hat schnell eine Packung Papier verbraucht und leere Tintentanks." Von schnellen Probedrucken auf normalem Papier hält die Warentesterin nicht viel: "Die richtigen Bilder sehen immer anders aus."
In einem Punkt allerdings stehen die Bilder aus dem heimischen Drucker den fotochemisch entwickelten kaum nach: "Es ist eine weit verbreitete, aber nicht unbedingt zutreffende Meinung, dass Fotoprints schneller altern als konventionelle Abzüge", sagt Richter. "Tatsächlich altert jedes Bild - bedingt durch Licht, Umwelteinflüsse, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit." Besonders gut halten alle Bilder, wenn sie vor intensiver Lichteinwirkung geschützt werden - etwa im Rahmen oder Album.
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