Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:27 Uhr

manager magazin



30.06.2005
 

German TV

Kein deutsches Fernsehen mehr im Ausland

Der Abokanal German TV steht vor dem Aus. Das Programm von Deutscher Welle, ARD und ZDF wird voraussichtlich keine weiteren Steuermittel erhalten. Der Sender sollte unter dem Motto "Sehen, was Deutschland sieht" weltweit Kunden locken. Aber das Interesse an deutscher Fernsehkultur war geringer als erwartet.

Berlin - Davon geht der Parlamentsausschuss für Kultur und Medien aus. Von den angepeilten 70.000 Kunden sei der Sender mehr als drei Jahre nach dem Start weit entfernt, hieß es im Ausschuss am Mittwochabend.

Kein Interesse an Gottschalk, Krüger und Co: German TV hat weltweit nur 20.000 Abbonenten
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REUTERS

Kein Interesse an Gottschalk, Krüger und Co: German TV hat weltweit nur 20.000 Abbonenten

Nach Angaben der Deutschen Welle empfangen rund 20.500 Haushalte German TV, vor allem in Nord- und Südamerika. Unter dem Motto "Sehen, was Deutschland sieht" bietet das Programm eine Auswahl des Angebots der Öffentlich-Rechtlichen für etwa 15 Dollar (12,40 Euro) im Monat. Der Bund hatte bis einschließlich 2005 jährlich 5,1 Millionen Euro als Anschubfinanzierung gewährt.

Vorgesehen war, dass der Sender von 2006 an finanziell auf eigenen Füßen steht. Zwar habe sich innerhalb von sechs Monaten die Abonnentenzahl verdoppelt. Aus Sicht des Ausschusses könne das Programm aber wegen zu geringer Nachfrage in seiner jetzigen Form nicht fortgesetzt werden. Laut Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) sind in der Finanzplanung des Bundes keine weiteren Mittel vorgesehen. Weiss appellierte an die Intendanten, ein Angebot aus ARD, ZDF und Deutscher Welle zusammen zu stellen, das keine Zusatzkosten verursacht.

Nach Angaben von DW-Sprecher Johannes Hoffmann gibt es Pläne, German TV in das kostenlose Fernsehprogramm der Deutschen Welle (DW-TV) zu integrieren. Die Welle hoffe, dass German TV bis zum 1. Januar 2006 in das reguläre TV-Angebot überführt werden könne. Darüber soll es in den kommenden Wochen Gespräche mit den Intendanten von WDR und ZDF, Fritz Pleitgen und Markus Schächter, mit DW-Intendant Erik Bettermann geben.

Pleitgen erklärte vor dem Ausschuss, die geplante Kundenzahl könne erreicht werden, ein Aus komme zu früh. Schächter betonte, es würde sich finanziell nicht rechnen, German TV und DW-TV zusammen zu legen. Laut Bettermann könne German TV ohne Zuschüsse nicht fortgesetzt werden.

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