07.06.2005
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Handysparte

Siemens beendet ein teures Abenteuer

3. Teil: Arbeitnehmervertreter wollen klagen

Arbeitnehmervertreter wollen klagen

Die Arbeitnehmervertreter im Siemens-Aufsichtsrat wollen nun rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleiten: wegen Verdachts auf Verstoß gegen Insiderregeln. Das sagte Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann der Zeitung "Die Welt".

Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Aufsichtsrat an diesem Montag über die Zukunft seiner angeschlagenen Handysparte entscheiden will. Die Arbeitnehmervertreter im Siemens-Aufsichtsrat seien darüber nur unzureichend informiert worden und hätten gleichzeitig Details aus den Medien erfahren.

"Es herrscht beträchtlicher Unmut, auch die betroffenen Belegschaften sind in heller Aufregung", sagte Heckmann. "Ich bin seit 17 Jahren im Siemens-Kontrollgremium und habe so etwas noch nicht erlebt." Der stellvertretende Siemens-Aufsichtsratschef wirft dem Konzern gravierende Fehler in der Kommunikation und eine "unkoordinierte Öffentlichkeitsarbeit" vor. "Wir lassen uns das nicht länger gefallen", sagte Heckmann.

Analysten begrüßen den Kauf aus BenQ-Sicht

Der neue Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld hatte Ende April angekündigt, die Handysparte in eine rechtlich selbstständige Einheit auszugliedern und für das Geschäft einen Partner zu suchen. Der Konzern werde dabei vermutlich die Mehrheit abgeben, hieß es bereits damals.

Das Mobiltelefongeschäft war neben dem IT-Dienstleister SBS das Sorgenkind von Siemens. Die Handysparte verursacht pro Tag einen Verlust von mehr als einer Million Euro. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) verbuchte die Sparte einen Verlust von rund 280 Millionen Euro.

Wegen der unklaren Zukunft der Handysparte büßte der Münchener Technologiekonzern zuletzt kräftig Marktanteile ein. So verkaufte Siemens nach Erhebungen des US-Marktforschungsunternehmens Gartner im ersten Quartal nur noch 5,5 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) des weltweiten Handyabsatzes. Damit fiel Siemens auf Platz sechs zurück. Marktführer Nokia kommt im Vergleich dazu auf 30,4 Prozent Marktanteil.

Nach Einschätzung von Analysten hat Siemens teilweise zu spät auf neue technische Trends reagiert. Zudem hatte Siemens mit Softwareproblemen bei der 65er-Modellserie zu kämpfen.

BenQ, eine Ausgründung des Computerherstellers Acer, kommt laut Medienberichten derzeit auf 4 Prozent Marktanteil. Das Unternehmen stellt neben Handys auch Flachbildschirme und Laptops her.

Analysten äußerten sich positiv zu der voraussichtlichen Partnerschaft. Sal. Oppenheim stufte die Siemens-Aktie angesichts der sich abzeichnenden Lösung für die Handysparte von "Neutral" auf "Buy".

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