Donnerstag, 9. Februar 2012, 14:54 Uhr

manager magazin



07.06.2005
 

Handysparte

Siemens beendet ein teures Abenteuer

Das Handygeschäft von Siemens wird an den taiwanesischen Anbieter BenQ verkauft, der deutsche Markenname soll aber bleiben. Siemens beteiligt sich mit etwa 2,5 Prozent an BenQ. Unternehmenschef K.Y. Lee bezeichnete den Münchener Konzern als strategischen Partner, der von den erwarteten Gewinnen durch den Deal profitieren soll.

München - Das Elektronikunternehmen BenQ Chart zeigen kauft die seit mehreren Quartalen defizitäre Handysparte von Siemens Chart zeigen. Der taiwanesische Konzern werde das Mobiltelefongeschäft im Verlauf des vierten Geschäftsquartals 2004/05 (Ende September) übernehmen, teilte Siemens am Dienstag mit.

  Anruf aus Taiwan:  Wie wird sich die Zusammenarbeit gestalten?
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DPA

Anruf aus Taiwan: Wie wird sich die Zusammenarbeit gestalten?

Ein Preis wurde nicht genannt. Der Verkauf werde das Siemens-Ergebnis aber mit rund 350 Millionen Euro vor Steuern belasten.

Im Zuge der Transaktion zeichnet der deutsche Konzern neue Aktien von BenQ in Höhe von 50 Millionen Euro. Dies entspreche bei aktueller Börsenbewertung etwa 2,5 Prozent des Grundkapitals. Dem Geschäft müssten noch die Kartellbehörden sowie die BenQ-Hauptversammlung zustimmen.

BenQ könne für die Dauer von insgesamt fünf Jahren die entsprechenden Marken- und Namensrechte nutzen, teilte Siemens weiter mit. Künftiger Hauptsitz des Mobiltelefongeschäftes wird München sein.

BenQ-Chef: Siemens wird strategischer Partner

Eine Bar-Komponente gibt es laut BenQ bei dem Deal nicht. Es handele sich nicht um eine gewöhnliche Akquisition, sagte BenQ-Chairman K.Y. Lee am Dienstag in Taipeh. Siemens werde am Grundkapital von BenQ in Form von so genannten Global Depositary Receipts (GDR) beteiligt, die das taiwanesische Unternehmen herausgeben werde. Dadurch werde Siemens "unser strategischer Partner", sagte Lee.

BenQ erhalte von Siemens Werte von 250 Millionen Euro. Das schließe Bar-Komponenten, Hilfe bei der Entwicklung von Patenten und Marketingaufwendungen ein, sagte BenQ-Finanzvorstand Eric Yu. Einige Analysten zeigten sich mit Blick auf BenQ gleichwohl besorgt über die Transaktion. Die BenQ-Mobilfunksparte habe im ersten Quartal 2005 Verluste geschrieben. Durch die Übernahme der Siemens-Handysparte könnte die Profitabilität des BenQ-Geschäftes mit Mobiltelefonen weiter nachlassen.

Das Kostensenkungspotenzial durch die Übernahme der Siemens-Handysparte bezifferte Yu für das Jahr 2006 auf 275 bis 520 Millionen Euro. Im kommenden Jahr werde ein ausgeglichenes Ergebnis der Mobilfunksparte erwartet. Der Absatz von BenQ werde im laufenden Jahr wahrscheinlich 20 Millionen Mobiltelefone überschreiten. Dies schließe den Absatz von Siemens-Geräten in den vergangenen drei Monaten 2005 ein. Ursprünglich war BenQ für 2005 von einem Absatz von zehn Millionen Einheiten ausgegangen.

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