Die kriminellen Techniken im Internet werden immer ausgefeilter. Derzeit nehmen vor allem die so genannten Bot-Angriffe verheerende Ausmaße an. Dabei infizieren Hacker tausende von Rechnern und gründen dadurch ein riesiges Netzwerk von PCs (Bot-Netze), dass sie bequem von zu Hause aus fernsteuern könne.
"Das Bot-Problem spitzt sich zu", registriert Thorsten Holz von der RWTH Aachen, der mit Honeynet-Kollegen den Cyber-Untergrund beobachtet. Auch Tom Fischer vom IT-Sicherheitsteam der Universität Stuttgart nennt deutliche Zahlen. "Im Mai 2004 zählten wir 300.000 Bots pro Tag, und haben in fünf Monaten 200 verschiedene Zombienetze gesehen." Im Durchschnitt waren in diesen 5000 ferngesteuerte PCs vereint, im größten sogar über 100.000.
Entsprechend haben es in der Statistik von Symantec
zwei Bot-Varianten - Gaobot und Spybot - in der zweiten Jahreshälfte 2004 auf Platz 3 und 4 der Viren Top Ten geschafft. Im Prinzip sind solche Bots eine Kreuzung aus Backdoor (Teil eines Programms, das Nutzern die Umgehung der Zugriffssicherung ermöglicht) und Wurm.
"Zunächst nutzen sie bekannte Schwachstellen, um in das System hineinzukommen", erläutert Olaf Lindner von Symantec. Darüber werde der eigentliche Bot installiert, der dann beliebige Funktionen nachlädt. In der Regel läuft diese Kommunikation über den IRC-Chat-Kanal, das heißt, ein Server steuert eine ganze Truppe von willenlosen PC-Marionetten.
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Fischer hält die Windows-Löcher MS04-11 und MS03-39 gleichfalls für gefährdet. Er hat aber auch beobachtet, dass die Bots über Wörterbuch-Attacken triviale Passwörter knacken. "Es gibt plattformübergreifende Bots, die neben Windows auch Mac- und Linux-Maschinen befallen", bekräftigt Fischer.
In jüngster Zeit würden sogar Löcher in Backup-Software von Computer Associates
oder Veritas Software
ausgenutzt. Denn solche Rechner hätten oft eine schnelle Anbindung und viel Speicherplatz.
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