Frage: Böse Zungen sagen, die Samwer-Brüder haben ein gutes Timing und schlagen ihre Unternehmen immer auf dem Höhepunkt der Welle für den maximalen Preis los - erst Alando, das Sie an Ebay verkauft haben, und jetzt Jamba das an Verisign ging.
Samwer: Wir haben Alando überhaupt nicht zum richtigen Zeitpunkt verkauft. Wir waren doch Idioten, dass wir ausgestiegen sind. Wir waren die größte deutsche Auktionsseite. Heute macht Ebay in Deutschland 120 Millionen Euro Gewinn im Jahr, folglich war es nicht klug, Alando für 50 Millionen Dollar zu verkaufen. Im Nachhinein sehen ich und meine Brüder das als unseren vielleicht größten Fehler an.
Frage: Wieso haben Sie ihn dann noch einmal gemacht?
Samwer: Wir haben Jamba ja mit Partnern aufgebaut. Da sind Debitel, Metro, Media Markt, Saturn und der US-Fonds Summit mit drin. Da gab es einige, die verkaufen wollten, aber wir haben relativ lange gewartet. Wir haben erst Verisigns drittes Angebot angenommen.
Frage: Sie haben mal gesagt, Unternehmer sind Rockstars. Jetzt sind Sie ein Angestellter.
Samwer: Wir sehen uns weiter als Unternehmer, das wird sich auch nicht ändern. Damit es da kein Missverständnis gibt: Wir stehen zu Jamba und werden hier noch lange tätig sein. Aber 60 Jahre alt werden wir hier auch nicht.
Frage: Wann ziehen Sie weiter?
Samwer: Ach, wir sind mitten in der mobilen Revolution, da gibt es hier noch viele spannende Dinge zu tun. Aber wenn vielleicht in zehn Jahren das mobile Fernsehen abhebt oder eine andere Technologie, wer weiß? Dann kann es natürlich sein, dass wir noch mal was Neues machen.
Die Fragen stellten Thomas Hillenbrand und Carsten Volkery
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