Von Alexandra Knape
Aufspaltung rückt näher
Gekauft hat SBS auch die RAG-Tochter RAG Informatik, zudem meldete die Siemens-Tochter vor wenigen Tagen die Übernahme des serbischen IT-Dienstleister Ibis-Sys. Nicht jedes dieser Geschäfte wird von Branchenkenner als lukrativ gewertet. So zeigte beispielsweise CSC bei der RAG Informatik Zurückhaltung, obwohl die US-Berater schon seit Monaten auf der Suche nach einem geeigneten Übernahmekandidaten in Deutschland sind.
Während Hammerstein von Projekten berichtet wie zum Beispiel, mit verschiedenen Fußballvereinen an RFID-Eintrittskartenlösungen zusammenzuarbeiten, für Kaufhof und Otto RFID-Lösungen sowie in Wien ein M-Payment-Angebot für das Parkticket entwickelt zu haben, könnte der Mutterkonzern die Lage von SBS düsterer einschätzen.
Die Mehrheit der IT-Dienstleister weist nämlich ein strukturelles Problem auf. Es fehlt an kritischer Masse und an einem klaren Leistungsportfolio. Überkapazitäten sind ein Merkmal. Auch SBS stellt keine Ausnahme dar. Zuletzt kündigten die Münchener beispielsweise bei dem Tochter-Unternehmen Sinitec den Abbau von 600 Stellen an. Zudem werfen einige Bereiche wie die "Product Related Services" eine sehr geringe Marge ab.
Hardware geht an Fujitsu Siemens
Und so verdichten sich die Gerüchte, dass SBS ein größerer Umbau bevorsteht. Den Spekulationen zufolge erwägt Siemens die Zerlegung seines IT-Dienstleisters. Demnach soll das Tochterunternehmen seinen Bereich rund um die Hardware an das Joint Venture Fujitsu Siemens Computers abgeben.
Die Abteilung Solutions, die einzelne Softwarelösungen für bestimmte Bereiche entwickelt, soll innerhalb des Konzerns den entsprechenden Sektionen zugewiesen werden. Übrig bliebe schließlich nur noch das Outsourcing-Geschäft, welches sich letztendlich gut verkaufen ließe. Kandidaten, die nach einem Outsourcing-Spezialisten Ausschau halten, gibt es genug, zudem gehört SBS in Deutschland zu den großen regionalen Playern.
"Wir kommentieren diese Spekulationen nicht", sagte der SBS-Sprecher Roggenbuck gegenüber manager-magazin.de. Am 25. Februar will das Unternehmen seinen Deal mit BBC in London der Presse ausführlich vorstellen. Bleibt zu hoffen, dass der versammelten Mannschaft bis dahin nicht die Freude am Feiern vergangen ist.
© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH