Berlin - Mit Beginn dieses Jahres haben die deutschen Mobilfunknetzbetreiber ihre UMTS-Netze einschalten müssen. Das schrieben die Auflagen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ihnen vor. Doch seitdem ist nicht viel passiert. Die meisten Unternehmen halten sich mit UMTS-Angeboten zurück.
UMTS: Ausgaben haben sich noch nicht gelohnt
Für Vodafone-Sprecher Jens Kürten ist der Einstig in die UMTS-Massenvermarktung die logische Konsequenz der eigenen Marketingstrategie. Im Februar 2004 starteten die Düsseldorfer mit dem Verkauf einer UMTS-Datenkarte für Notebooks als erster Netzbetreiber in den neuen Mobilfunk.
Die Wurzeln der Strategie sieht Kürten jedoch im Herbst 2002, als Vodafone begann, massiv für sein Live-Portal und damit für seinen Multimediadienst im Mobilfunk zu werben. Bis Ende September hatte das Unternehmen 3,6 Millionen Kunden für den Dienst gewonnen.
Investitionen in Werbung haben sich gelohnt
Augenscheinlich lohnt sich die Investition der Werbemillionen. Im dritten Quartal dieses Jahres gewann Vodafone in Deutschland 618.000 neue Kunden und steigerte seine Nutzerzahl damit auf 26,1 Millionen. Damit waren die Düsseldorfer deutlich erfolgreicher als Branchenprimus T-Mobile, für den sich im gleichen Zeitraum nur 300.000 neue Kunden entschieden.
Sogar E-Plus und O2 gewannen mit jeweils rund 350.000 mehr Kunden. An der Marktführerschaft von T-Mobile mit gut 27 Millionen Nutzern ändert das gleichwohl bisher nichts.
Möglicherweise ist der Erfolg von Vodafone auch Resultat einer deutlich defensiveren Strategie der Telekom-Mobilfunktochter. Angesicht eines erwarteten härteren Wettbewerbs hat T-Mobile-Chef René Obermann "Sparen für Wachstum" zum Leitmotiv für die kommenden Quartale ausgerufen. In einem internen Brief kündigte er nach Presseberichten ein Sparprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro bis 2006 an.
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