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22.11.2004
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Nanotechnologie

Die Macht des Millionstels

Von Susanne Schulz

4. Teil: "Firmen gewinnen durch Innovation"

mm.de: Können Sie ein Beispiel dafür nennen?

Schmidt: Wir haben beispielsweise für Rowenta eine neue Bügeleisensohle entwickelt. Die Edelstahlplatte wird mit einer Nanoglasschicht bedeckt. Das ist preisgünstiger als die siebenfache Beschichtung eines Konkurrenten. Der musste wegen des aufwändigen Verfahrens seine Produktion nach Asien verlagern. Rowenta kann mit dem Nanoverfahren der einmaligen Beschichtung in Europa produzieren.

  Haftungsfrage:  Schmidts Institut für Neue Materialien entwickelte eine Beschichtung für Oberflächen aus Keramik, Glas, Metall, Kunststoff, Stein und sogar Textilien. So haftet selbst auf einer normalen Jeans nichts mehr, Wassertropfen perlen ab. Nanopartikel machen es möglich.
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DPA

Haftungsfrage: Schmidts Institut für Neue Materialien entwickelte eine Beschichtung für Oberflächen aus Keramik, Glas, Metall, Kunststoff, Stein und sogar Textilien. So haftet selbst auf einer normalen Jeans nichts mehr, Wassertropfen perlen ab. Nanopartikel machen es möglich.

Nun hätte aber ein großer Elektrokonzern wie Rowenta niemals Anlass gehabt, deswegen eine eigene chemische Abteilung für Nanowerkstofftechnologie einzurichten. Man wollte dort keine solchen Experten einstellen. Diese Lücke füllen wir. Wir können als öffentlich geförderte und gemeinnützige GmbH nicht produzieren.

Deshalb werden dann eigene Firmen mit unserer Unterstützung neu gegründet, die die nanotechnologische Produktion beispielsweise für Rowenta übernehmen. An diese können sich dann auch andere Unternehmen wenden, die solche Technologie anwenden wollen, wie zum Beispiel der Mittelstand.

mm.de: Die Unternehmen interessiert also das Innovative an einem Werkstoff. Wie sieht es aber mit der Wertschöpfung nanotechnologischer Werkstoffe aus?

Schmidt: Von der Basiserforschung bis zum gewinnbringenden Einsatz in der Wirtschaft dauert es im Bereich Nanotechnologie ungefähr zehn bis 20 Jahre. Vor dieser Zeitspanne schrecken die werkstoffanwendenden Unternehmen natürlich zurück.

Ich stelle deshalb die folgende Forderung: Man braucht eine Einheit, die zwei Drittel bis drei Viertel dieses Entwicklungsweges vorweg nimmt und die Erforschung der Technologiefähigkeit von Materialien und deren Potenzial mit öffentlichen Mitteln betreibt. Dann dauert die Entwicklungszeit zum marktfähigen Produkt nur noch einige Jahre. Das habe ich mit meinem Institut verwirklicht.

Jetzt dauern Entwicklungen von Produktionstechnik für die Firmen nur noch zwei oder ein Jahr, oder sogar noch weniger. Das Unternehmen gewinnt durch die Innovation, die es einkauft einen Return on Sales von etwa 20 Prozent. Aber eben nur für den Zeitraum des Lebenszyklus' des Produktes und das sind manchmal nur wenige Jahre. Und dann braucht es wieder eine neue Innovation, die als Alleinstellungsmerkmal für diese Unternehmung dient. Dafür sind wir da.

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