Frankfurt am Main - Als die Urlaubsvermittler im Internet vor einigen Jahren an den Start gingen, wollten sie den klassischen Reisebüros rasch das Wasser abgraben. Doch mittlerweile ist die anfängliche Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen.
Die Branche der Online-Anbieter wächst längst nicht so stark, wie ursprünglich erwartet, und muss zunehmend erkennen, dass sie mit den herkömmlichen Reisevermittlern in einem Boot sitzt. Denn beide Vertriebswege haben derzeit mit den gleichen Problemen zu kämpfen: Der Touristikmarkt bleibt schwierig, und Fluglinien streichen ihre Provisionen für Ticketverkäufe.
Trotz gedämpfter Hoffnungen stehen für die Internetanbieter die Zeichen weiter auf Expansion. Bis mindestens 2007 noch sind nach Ansicht des Touristikexperten Dominik Rossmann wachsende Geschäfte zu erwarten, wenn auch in kleineren Schritten. "Es ist keine Trübsal im Online-Bereich angesagt", sagt der Geschäftsführer des Münchner Tourismus-Forschungsunternehmens Ulysses - Web-Tourismus, das 2003 für die deutsche Online-Reisebranche einen Umsatzsprung um 64 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro Umsatz ermittelte.
Aber der Verdrängungswettbewerb im Netz ist groß, weil auch Reisekonzerne wie TUI und Thomas Cook mittlerweile diesen Markt für sich entdeckt haben. "Derzeit sichern sich die finanzkräftigen Portale die Position für die Zukunft", sagt der Deutschland-Chef des Online-Reisebüros Opodo, Rudolf Hengefeld. Noch sei das Geschäft oft nicht profitabel.
Hochtrabende Prognosen gehören der Vergangenheit an
Europaweit errechnete TUI für 2003 einen Online-Reiseumsatz von zwölf Milliarden Euro, der in diesem Jahr auf 19 und 2005 auf 28 Milliarden Euro wachsen könnte. Von den hochtrabenden Prognosen aus Zeit der Internetboom-Phase sind die Anbieter mittlerweile weit entfernt.
Leicht zu buchende Einzelleistungen sind nach wie vor der Renner im Internet. Am meisten gefragt seien weiter Flugtickets, heißt es in einer aktuellen Studie der Marktforscher von Fittkau & Maaß. Der Anteil der Online-Buchungen bei Pauschalreisen hingegen liegt dem Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) zufolge unter zwei Prozent.
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