Die Welt des Kunden erforschen
Beispielsweise indem man den Kunden als Angehörigen eines fremden, exotischen Stammes auffasst. Und zwar nicht aus der Schlüssellochperspektive der klassischen Marktforschung, sondern durch die aktive und andauernde Teilnahme am Konsumgeschehen selbst.
Forschende Konsumentin: Welche Sprache spricht sie?
Der Kunde, das unbekannte Wesen: Welche Sprache spricht er? Was macht er eigentlich mit meinem Produkt? Was bedeuten seine Rituale? Soziale Konsumverhaltensmuster, semantische Weltbezüge, Nutzungskontexte und Bedeutungszuschreibungen werden nicht mehr nur beobachtet, sondern vom forschenden Konsumenten miterlebt.
Erfolgreiche Marktforschung - verstanden als erlebnisorientierte Stammesforschung in der exotischen Lebenswelt der Konsumenten. Auf und auch hinter der Bühne des Marktes.
Wollen wir das überhaupt?
Wir sollten es wollen, denn eigentlich haben wir in Zeiten zunehmender Technologisierung und Virtualisierung der Märkte keine andere Wahl.
Noch herrscht in den meisten Marketingabteilungen das Gesetz der nackten Zahlen: Was sich nicht in Nummern ausdrücken lässt, gilt allenfalls als interessantes Beiwerk.
Dennoch, die erfolgreichsten Konsumentenversteher sind keine Psychologen oder Soziologen, keine Zahlengenies oder Statistik-Cracks, sondern Konsumenten unter Konsumenten.
Lassen wir uns also von der Lebenswelt unserer Kunden überraschen, enttäuschen oder auch schockieren. Das Motto muss lauten: Ohne Zumutung keine Evolution!
Nicht obwohl, sondern gerade weil sich das Unternehmen das exotische Stammesleben seiner Kunden zumutet, kann es erfolgreich sein. Die Welt des Kunden ist also endlich dort wo sie hingehört: im Zentrum des Marketing. Überraschungs- und Neuigkeitspotenziale inbegriffen.
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