Berlin - Nach monatelangen Verhandlungen ist es nun offiziell: Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) beteiligt sich mit 90 Prozent an der "Frankfurter Rundschau" (FR). Das teilten die Gesellschaft und die Karl-Gerold-Stiftung als alleinige Gesellschafterin des Frankfurter Verlagshauses mit. Der Vertragsabschluss sei nur möglich geworden, weil die Belegschaft sowie die Kredit- und Leasinggeber zu substanziellen Sanierungsbeiträgen bereit gewesen seien.
Die DDVG habe nicht die Absicht, dauerhaft die Mehrheit an der "FR" zu halten, hieß es weiter. Für die Beteiligung anderer Verlagshäuser sei man offen, Gespräche gebe es aber noch nicht. Zunächst wolle man sich auf die Sanierung der "FR" konzentrieren.
Die DDVG hob hervor, sie habe sich erst beteiligt, nachdem Gespräche des Verlages mit anderen deutschen Zeitungsverlagen ergebnislos geblieben seien und die "Frankfurter Rundschau" unmittelbar bedroht gewesen sei. Die "FR" ist wie andere große Zeitungen durch die jahrelange Flaute im Anzeigengeschäft in die Krise geraten.
Der Personalbestand soll auf 750 Vollzeitstellen reduziert werden. Derzeit gibt es noch 1000 Vollzeitstellen, schon in der Vergangenheit wurden Stellen abgebaut.
Die Ziele der "FR" als unabhängige, links-liberale Zeitung blieben gewahrt, hieß es. Man sei davon überzeugt, mit der neuen Zusammenarbeit eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunft der "FR" geschaffen zu haben.
Zu den finanziellen Details der Beteiligung wurden keine Angaben gemacht. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Beteiligung an der "FR" ist nach Angaben der SPD die einzige direkte Beteiligung der Partei an einer überregionalen Zeitung. Über die DDVG hält die SPD Anteile an 14 Verlagshäusern. Darüber hinaus ist die Holding an vier Druckereien beteiligt.
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