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25.03.2004
 

OLED-Beleuchtung

Blau macht eher schlapp als weiß

Von Niels Kruse

OLEDs, kleinste Kunststofflämpchen, sollen das traute Heim revolutionieren. Millimeterdünne Videotapeten etwa könnten Wohnzimmer zieren, Eierwärmer zeigen die Nachrichten zum Frühstück. Die Technik ist bereits im Einsatz, doch Forscher kämpfen noch mit manchen Widrigkeiten der winzigen Leuchten.

Hamburg - Immobilienmakler mit begrenztem Portfolio werden aufatmen. "In Zukunft brauchen Wohnungen keinen Seeblick mehr, um potenzielle Mieter zu verzücken." Die schöne Aussicht kommt via intelligenter Wandfarbe ins traute Heim. "Wir werden dann unsere Wände mit OLED-Nanofarbe streichen."

  Flacher geht's nicht:  Drei-Zoll-OLED-Monitor
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DPA

Flacher geht's nicht: Drei-Zoll-OLED-Monitor

Das jedenfalls ist die Vision von Thomas Emde. Sollte der Lichtkünstler Recht behalten, ändert die selbstilluminierende Raumabtrennung nicht nur die Farbe wunschgemäß und auf Kommando, sie kann ebenso als TV- und, falls es sie dann noch gibt, auch als Bildschirm für Computer dienen. Oder eben als raumfüllende Projektionsfläche für Motive aller Art.

"Die Entwicklung von Nanofarbe halte ich zwar nicht für unmöglich, aber für eher unwahrscheinlich", sagt dagegen Karl Leo, Professor für Optoelektronik an der Technischen Universität Dresden gegenüber manager-magazin.de. Was allerdings nicht grundsätzlich gegen Emdes Wand-Visionen spricht. In zehn, fünfzehn Jahren sieht auch Leo Wunschfarben, Urlaubsbilder oder Tagesschau in vielen Wohnzimmern direkt vom Mauerwerk aus strahlen. Ermöglichen sollen das so genannte Videotapeten aus OLEDs. Die Abkürzung OLED steht für "Organic Light Emitting Diode", also für organische, Licht emittierende Dioden.

Filme auf T-Shirts, Autos oder Vasen

Jörg Amelung, Photophysiker am Fraunhofer Institut für photonische Mikrosysteme, schildert die möglichen Anwendungen für OLEDs in den buntesten Farben: Weil die kleinen Leuchtpunkte so winzig sind, könnten irgendwann ganze Filme auf T-Shirts laufen oder auf Autos oder auf Vasen. Fenster sind mal transparent, mal Monitor. Eierwärmer zeigen die neuesten Nachrichten zum Frühstück. In absehbarer Zeit sei das alles denkbar, sagt Amelung. Bis dahin allerdings haben die Forscher noch eine ganze Menge Probleme zu lösen.

Die ersten, einfachen OLED-Bildschirme kamen 1999 auf den Markt - als Displays für japanische Autoradios. Mittlerweile blinken und leuchten weltweit rund 17 Millionen Kunststofffolien in vielen Bereichen des Alltags. Sony wird in den kommenden Wochen einen PDA mit OLED-Monitor auf den Markt bringen, den ersten Prototypen eines nur zwei Millimeter dünnen Farbfernsehers haben die Japaner gerade vorgestellt. Doch noch liegt der OLED-Umsatz mit weltweit 300 Millionen Euro im überschaubaren Rahmen.

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