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manager magazin



18.12.2003
 

Netzeitung

Überraschendes Plus

Ursprünglich sollten erst 2004 Gewinne geschrieben werden - aufgrund "überraschend gestiegener Umsätze" vermeldet die Berliner Netzeitung schon jetzt schwarze Zahlen. Die ersten seit Bestehen der Online-Zeitung.

Berlin - Eine konkrete Zahl ließ sich Michael Maier zwar nicht entlocken, dennoch verkündete der Chefredakteur, Geschäftsführer und Mitinhaber der Netzeitung jetzt: Seine Internetzeitung weist für den Dezember erstmals ein leicht positives Betriebsergebnis aus. Die schwarzen Zahlen, ursprünglich erst für 2004 geplant, verdankten die Berliner "überraschend steigenden Umsätzen", so Maier gegenüber manager-magazin.de.

  700.000 Leser im Monat:  Die Berliner Netzeitung
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700.000 Leser im Monat: Die Berliner Netzeitung

Bei den Anzeigen konnte die Netzeitung im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent zulegen, insgesamt beträgt der Umsatzzuwachs 79 Prozent. "Und auch für das nächste Jahr sieht die Lage der Anzeigen-Vorbuchungen gut aus", sagt Maier. Für den "tapferen Exoten", wie die "Taz" das Web-Nachrichtenangebot einmal bezeichnete, ist der Gewinn immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Denn die Web-Zeitung wird dieses Jahr voraussichtlich zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro Umsatz erzielen. Bei einem festen Kostenblock von allein 30 Mitarbeitern, reicht diese Summe aber kaum aus, um aus der Netzeitung so bald ein hochprofitables Unternehmen zu machen. Maier möchte seine Erfolgsmeldung daher auch "Signal" denn als Trendwende verstanden wissen.

Um dieses Verhältnis umzudrehen, versucht die Netzeitung, wie viele andere redaktionelle Internetangebote auch, weitere Erlösquellen zu erschließen. Die Berliner haben sich entschieden, sich als eine Art Nachrichtenagentur zu positionieren. So beliefert die Netzeitung eine Handvoll Radiostationen - unter anderem Klassik Radio, Antenne Aachen - mit fertig produzierten Nachrichtensendungen.

Auch gedruckte Zeitungen zählen zu Maiers Kunden. Die "Dresdner Morgenpost" etwa bekommt Wirtschafts- und Autoseiten aus der Hauptstadt geschickt. "21 Prozent tragen solche Dienstleistungen zum Gesamtumsatz bei", so Maier. In der Zukunft solle dieser Bereich ausgebaut werden, kündigt er an.

Erst im März 2003 hatten Michael Maier und der ehemalige "Capital"-Chefredakteur und jetzige Medienberater Ralf-Dieter Brunowsky das virtuelle Blatt dem Bertelsmann-Konzern abgekauft. Der jetzige Gewinn ist der erste seit Gründung der Netzeitung im Jahr 2000. Nach eigenen Angaben verfügt die Netzeitung pro Monat über 700.000 so genannter Unique Visitors, also Leser. Zum Vergleich: Stern.de wird monatlich von vier Millionen Surfern gelesen, Focus Online von 4,8 Millionen und SPIEGEL ONLINE von 5,1 Millionen.

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