Berlin - Ältere Menschen äußern ein großes Interesse daran, möglichst bis ins hohe Alter selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Sie haben Interesse an Komfort, Erleichterung von Alltagstätigkeiten und Erhöhung ihrer Sicherheit.
Doch haben Ältere auch Interesse an innovativen Technologien im Wohnbereich, insbesondere dem intelligenten Haushalt? Ist die Zielgruppe 50 plus bereit, neue technische Möglichkeiten wie Szenarienschaltung, Fern- oder Sprachsteuerung zu nutzen? Wie interessant ist Technik in der Küche, im Wohnzimmer oder auch für die häusliche Gesundheitsversorgung?
Im Zentrum der im März 2003 durchgeführten Studie BIS-Survey stand die Frage: Ist Smart Home so überzeugend, dass Ältere ihre Skepsis gegenüber neuen Technologien überwinden? Um auf diese Frage Antworten zu erhalten, wurden insgesamt 307 Personen zu Studiogesprächen eingeladen, in denen 26 Smart-Home-Anwendungen präsentiert wurden.
Zentrales Ergebnis: Die oft unterstellte ablehnende Haltung älterer Menschen gegenüber Technik - insbesondere der neuesten Informations- und Kommunikationstechnologie - kann durch die Untersuchung so nicht bestätigt werden.
Die allgemeine Beurteilung des intelligenten Haushalts zeigt: Mit rund 54 Prozent steht die Mehrheit der Befragten dem Konzept Smart Home positiv gegenüber, etwa ein Drittel ist ambivalent und lediglich zwölf Prozent beurteilen Smart Home negativ.
Hier eine Auswahl von Funktionen und Anwendungen, deren Nutzung für viele attraktiv wäre: Dienstleistungsportal, Gesundheitsportal und Informationsportal werden gewünscht, da sie interessante Informationen leicht zugänglich machen.
60 Prozent der Befragten würden zur Erleichterung unbeliebter Routinearbeiten im Haushalt intelligente Geräte nutzten, zum Beispiel zur Reinigung von Böden und Fenstern. Knapp 57 Prozent würden virtuelle Museumsbesuche unternehmen. Diese werden allerdings nicht als Ersatz für reale Besuche, sondern als zusätzliche Bildungsmöglichkeit oder zur Vorbereitung auf einen Besuch ("Hineinschnuppern") gewünscht.
Mehr als die Hälfte der Befragten würde intelligente Kleidung und das Übertragen medizinischer Daten nutzen, um die persönliche Sicherheit zu erhöhen. Insbesondere für Personen mit chronischen Krankheiten und Risikopatienten sind diese Anwendungen attraktiv.
Die Möglichkeit, per Videokonferenz den Arzt zu konsultieren, würden zwar 42 Prozent in Anspruch nehmen, vielen Befragten ist diese Form der ärztlichen Beratung jedoch zu unpersönlich. Teletherapie bietet Komfort und Zeitersparnis, der direkte persönliche Kontakt zu einem Therapeuten vor Ort ist der Mehrheit der Befragten jedoch wichtiger.
Sibylle Meyer, Uta Böhm, Anne Roehrig, Eva Schulze, Berliner Institut für Sozialforschung (BIS)
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