Von Christian Scholz
Die Welt in nützlich und nicht-nützlich zerteilt
Die Inszenierung seiner selbst und seines Buches beginnt mit einem Artikel von 2001 und orientiert sich eindeutig an den USA: Hier kassieren Anti-Helden wie der Fucked-Company.com-Gründer Phil Kaplan sechsstellige Dollar-Vorschüsse für "New-Economy-Sudelbücher", in denen mit dem Prunk der Szene abgerechnet wird.
Don Alphonso folgt bei seiner Inszenierung konsequent dem Kommunikationsmuster der New Economy. So zerteilt er die Welt sauber in "nützlich" und "nicht-nützlich". Deshalb geht er auch auf Schmusekurs mit von ihm als relevant angesehenen Journalisten. So wird Jörn Hüsgen vom "Handelsblatt" explizit gelobt. Auch Gabriele Fischer, Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins "Brand Eins", kommt beim Buchautor gut weg. In Don Alphonsos eigenen Worten: "Was würde mein Verleger sagen, wenn ich zukünftige Rezensenten disse?"
Spannung erzeugt man eben durch unbefriedigte Bedürfnisse. Deshalb kann man das Buch schon Monate vor Erscheinen vorbestellen und zwar original signiert vom Autoren persönlich. Die Spannung steigt, und irgendwann, viel später als erwartet, kommt es dann auch. Negativ: Nicht das Buch ist signiert, es liegt lediglich ein signierter Zettel bei. Positiv: Keine Vorkasse sondern, nach dem Ebay-Prinzip, Bezahlung auf Vertrauensbasis.
"Schon mal fleißig Kunden-Rezensionen posten"
Dann ist das Buch da und wird auf DCT gefeiert wie das Erscheinen des neuen Harry-Potter-Bandes. Wenn man bedenkt, dass im DCT-Fanclub manche Beiträge 1000 und mehr Leser finden, dürfte allein mit dieser Anzahl die Gewinnschwelle der ersten Auflage überschritten worden sein.
Wen wundert es: Plötzlich wimmelt es nur von Besprechungen. Und prompt werden sie, inklusive der Deklaration zum "Buch der Woche", verstärkend immer wieder aufgegriffen, letztendlich auch im Pressetext von Don Alphonsos Verlag.
Erstaunlich dabei ist, dass in keiner Besprechung richtig auf das Buch eingegangen, sondern im Wesentlichen nur der Werbetext wiederholt wird. Oder anders ausgedrückt: Es geht gar nicht mehr darum, was das Buch tatsächlich aussagt, sondern, was es nach Ansicht von Don Alphonso aussagen soll. Soziologen würden sagen: Das Buch bekommt seinen Inhalt nur durch Kontext und soziale Konstruktion.
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