Müchen - Der Verlag Hubert Burda Media setzt im Internet auf kostenpflichtige Inhalte. Trotz bisheriger Skepsis der Internetnutzer gegenüber Bezahlinhalten ist der Verleger Hubert Burda davon überzeugt, dass auch diese Angebote ein Erfolg werden. Wichtigster Schritt sei, mit Telekommunikationsunternehmen einfache Bezahlsysteme zu entwickeln, sagte Burda dem "Handelsblatt".
Hubert Burda: Paid Content klappte bisher nicht
Wie Burda erzählt, gebe es bereits Gespräche mit zwei Mobilfunkkonzernen. Mit welchen lässt er offen. Jedoch arbeiten bereits Vodafone wie T-Mobile an einem einheitlichen Standard. Damit sollen Kleinstbeträge über die Handyrechnung beglichen werden können. Für das M-Paymentsystem interessieren sich zudem auch weitere Mobilfunkunternehmen.
Ein etwas anderes M-Paymentsystem bietet der Dienstleister Paybox seit einiger Zeit an. Hierbei bestätigt der Kunde per Handy die Zahlungen, abgebucht wird dann direkt vom Konto. Partner und Gesellschafter sind unter anderem die Deutsche Bank und Debitel.
Wachstumsmotor SMS, Chats und Entertainmet
Spannende Frage bleibt, wofür der Kunde bereit ist zu zahlen. Der Verleger ist sich sicher, dass Entertainment, SMS und Chats die treibenden Kräfte seien werden, schreibt das "Handelsblatt".
Als für den Web-Verkauf geeignet gelten im Allgemeinen besonders Musik-, Software- und Spiele-Downloads. Neuland sind Bezahlangebote für Burda nicht. So bietet beispielsweise Focus Online einzelne Bereiche gegen Zahlung an.
Darüber hinaus spielt der Content-Verkauf im B-to-B-Bereich eine wichtige Rolle. Als Inhaltelieferant ist Burda mit der Tomorrow Focus AG – einem Gemeinschaftsunternehmen der Verlagsgruppe Milchstraße und Burda Media – eine enge Kooperation mit dem Microsoft-Ableger MSN eingegangen. Auch die Vermarktung des MSN-Portals obliegt dem Burda/Milchstraßen-Unternehmen.
Den Werbemarkt betrachtet Burda verhalten optimistisch. Erste positive Anzeichen gebe es in den USA und Italien. Burda zufolge hat die Medienbranche derzeit mit einem konjunkturellen aber auch mit einem strukturellen Problem zu kämpfen. Der Verleger will deshalb seinen Sparkurs weiter fortsetzen. "Wir müssen die Kosten auf den Stand von 1996 zurückschrauben", sagte er der Zeitung.
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