Donnerstag, 9. Februar 2012, 23:49 Uhr

manager magazin



09.07.2002
 

WLAN

Hotspots im Vormarsch

Nach eingehender Prüfung geben die Bonner Regulierer Frequenzen mit lokaler Reichweite frei.

Bonn – Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post wird demnächst neue Frequenzen für den Datenfunk über so genannte WLANs (Wireless Local Area Networks) freigeben. Das dürfte wahrscheinlich den Mobilfunkunternehmen, die die teuren UMTS-Lizenzen vor gut zwei Jahren gekauft haben, oder Internetprovidern nicht besonders gefallen. Denn WLAN hat einen Vorteil: es ist schneller als UMTS.

Ein Fall für UMTS oder für WLAN?
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DDP

Ein Fall für UMTS oder für WLAN?

Matthias Kurth, der Präsident der Regulierungsbehörde, betonte aber ausdrücklich, Internetzugänge per WLAN stellten keine Konkurrenz zum schnellen Mobilfunk per UMTS dar, sondern eine Ergänzung.

Die Behörde wird Frequenzen bei fünf Gigahertz neu für WLAN freigeben. Bisher liegen die drahtlosen Datenverbindungen im 2,4-Gigahertz-Bereich. Das neue Frequenzband ermöglicht Datenübertragungsgeschwindigkeiten bis 54 Megabit pro Sekunde. Herkömmliche WLAN schaffen etwa elf Megabit pro Sekunde. Die teuren UMTS-Frequenzen übertragen dagegen Daten zu einem Empfänger in Bewegung deutlich langsamer. Unter günstigsten Umständen werden sie mit zwei Megabit pro Sekunde gesendet.

Springen UMTS-Anbieter auf WLAN auf?

Dennoch bleibe die Mobilität das wesentliche Merkmal von UMTS, erläuterte Kurth. Nur mit diesem Mobilfunkstandard lasse sich ein flächendeckendes Netz für mobile Datenübertragung verwirklichen, das auch noch funktioniert, wenn der Nutzer beispielsweise im Auto fährt. Tatsächlich gilt WLAN nur als punktuelle Lösung (Hotspots) für den Zugang zum mobilen Netz.

Bei stationärer oder quasi-stationärer Anwendung ist WLAN aber durch die hohe Datengeschwindigkeit überlegen. Bei einer Reichweite um die Funkstation von nur 200 bis 300 Meter eignet sich die Technik vor allem dafür, bequeme drahtlose Internetzugänge beispielsweise für Laptop-Verwender auf Flug- und Bahnhöfen, in Hotels, an Universitäten und bei Messen anzubieten.

Kurth meinte, es sei nahe liegend, dass UMTS-Netzbetreiber zugleich auch WLANs als Ergänzung anbieten werden. Ein solches Verbundprodukt könne im Interesse aller Marktteilnehmer liegen.

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