Von Jörn Sucher
Hohe Dunkelziffer
Größere Coups der Computer-Kriminellen werden selten bekannt. Die Zurückhaltung bei betroffenen Unternehmen hat gute Gründe. Das Eingeständnis, ein Opfer von Hackern geworden zu sein, geht einher mit dem Vertrauensverlust beim Kunden. Oft sind die Netzwerke von Anbieter und Abnehmer eng verwoben. Ein Sicherheitsrisiko bei einem Teilnehmer betrifft auch das Netzwerk des Geschäftspartners.
Organisiert in Kleingruppen: Hacker im Film "Thrill - Spiel' um Dein Leben"
Letztendlich stellt sich auch die Frage, was mit einer Anzeige bewirkt werden kann. Gerade bei Angriffen von außen sind die Täter äußerst schwer zu ermitteln. Einerseits verwischen sie durch häufigen Serverwechsel ihre Spur bis zur Unkenntlichkeit, andererseits können sie von jedem Ort der Welt aus operieren. Der Strafverfolgung sind hier enge Grenzen gesetzt. Durch nicht bemerkte oder nicht gemeldete Attacken ist die Dunkelziffer im Bereich der Computerkriminalität daher äußerst groß.
Gravierender Mangel beim Sicherheitsbewusstsein
Obwohl das Thema längst nicht mehr nur in Fachkreisen diskutiert wird, mangelt es bei vielen Verantwortlichen an Sicherheitsbewusstsein. Hartmut Pohl beobachtet, dass Datenklau und Datensabotage in vielen Vorständen kaum angesprochen werden. Wenn ein Betrieb auf ihn zukommt und nach Rat fragt, ist das Kind oft schon in den Brunnen gefallen, sprich: Das Unternehmen wurde bereits Opfer einer Attacke.
Umfassende Sicherheitskonzepte erfordern Zeit und Geld. Nur mit einer Firewall ist noch kein Krieg gegen die Hacker gewonnen. Am Anfang eines wirksamen Sicherheitskonzeptes steht die Durchsetzung eines grundsätzlichen Sicherheitsbewusstseins bei allen Mitarbeitern.
Organisatorische Maßnahmen wie Richtlinien, Sensibilisierung der Angestellten, Aufbau- und Ablauforganisation machen 90 Prozent des Aufwands für Informationssicherheit aus. Abschreckend wirkt, dass die Sicherheitsarbeit oft eine Angelegenheit für Berater von außen ist. Wer öffnet schon gerne seine Datenbanken für externe Experten?
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