Schwerin - In Schwerin basteln Professoren, Investoren und Wirtschaftsvertreter an einem Zukunftsprojekt: der ersten virtuellen Univeristät Deutschlands. Sie soll innerhalb der nächsten 18 Monate ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Darauf haben sich vor wenigen Tagen rund 80 potenzielle Professoren, Investoren und Wirtschaftsvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet geeinigt.
Die private "Virtuelle Universität Schwerin" - kurz VirtUS - soll nach Angaben des Ideengebers Alfons Rissberger junge Menschen in kürzester Zeit zu Führungskräften ausbilden. Für die Startphase seien mindestens 50 Millionen Mark notwendig.
Kommunikation übers Internet
Studenten und Professoren würden sich beim Studium an der Universität mit Sitz in Schwerin fast ausschließlich über das Internet austauschen. Zunächst könnten mindestens 2000 Studenten für einen Semesterbeitrag von jeweils rund 10.000 Euro ein Aufbaustudium in angewandtem E-Business und IT-Management absolvieren, hieß es. Für dieses Aufbaustudium wollen die Initiatoren vor allem Mitarbeiter internationaler Unternehmen, Existenzgründer und Studienabgänger gewinnen.
In den kommenden Wochen soll eine Projektgruppe in Verhandlungen mit Politikern, möglichen Lehrkräften und potenziellen Geldgebern mit der Umsetzung des Projekts beginnen. "Wir haben noch kein Geld", beschrieb Rissberger die Finanzlage. "Allerdings haben uns das Wirtschafts- und das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommerns sowie die Initiative D 21 ihre Unterstützung zugesagt." Die Bundesinitiative D 21 fördert die Nutzung von Computern und Internet.
Zu Gast im alten Kurhaus
Als möglichen Sitz für die neue Elite-Universität nannte der Ideengeber das Alte Kurhaus. "Wir sind ganz am Anfang", sagte der Mitinitiator Stefan Haßinger vom Rostocker Zentrum für Graphische Datenverarbeitung. Man habe aber ein gemeinsames Ziel, das man verwirklichen wolle, bewertete der Staatssekretär im Schweriner Wissenschaftsministerium, Manfred Hiltner, die VirtUS aus Sicht der Bildungspolitik. Auch der Oberbürgermeister Schwerins Joachim Kwaschik (SPD) unterstützte die Ansiedlung der VirtUS.
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