Von Eva Müller
Die Leute haben Nerven. 90 Prozent aller Betreiber von elektronischen Marktplätzen wollen weniger als eine Million Mark in die neue Technik investieren.
"Völlig unrealistisch", empört sich Peter O'Neill, Consultant bei der Marktforschungsfirma Meta Group, von der die zitierte Studie stammt: "Fast alle Firmen schätzen den Aufwand an Zeit, Geld und Personal für Internet-Vorhaben viel zu gering ein."
Übermäßiger Optimismus ist die siebte Todsünde beim Implementieren von E-Business. Wer die Zukunft schönrechnet, findet sich schnell in einer ausweglosen Situation von überzogenen Terminen, überforderten Mitarbeitern und überschrittenen Budgets wieder.
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Mit dem Kauf der Software, mit ein bisschen Zeit fürs Aufspielen auf die Firmencomputer und ein paar Trainern für die Schulung ist die Digitalisierung eines Unternehmens nicht zu bewältigen.
Die E-Transformation ist ein aufwändiger und teurer Prozess, der ständig Überraschungen mit sich bringt. Insbesondere bei der technischen Umsetzung tauchen immer wieder unvermutete Probleme auf.
Bestehende Systeme müssen saniert werden. Ein wichtiger Kunde verlangt zusätzliche Funktionen. Die gerade eingekaufte Internet-Software ist nach wenigen Monaten schon wieder obsolet, weil ein neues Produkt viel elegantere Lösungen bietet.
Bei all den Unwägbarkeiten hilft nur gutes Projekt- und Risikomanagement. Vorschläge wie den Personalbedarf nicht zu knapp kalkulieren, Termine und Finanzen der Komplexität der Aufgabe anpassen - sie klingen banal. Aber selbst Weltkonzerne scheinen diese alten Regeln beim E-Business zu vergessen. Bei DaimlerChrysler zum Beispiel besteht das Internet-Team gerade einmal aus einem Dutzend Mitarbeitern.
Wer großzügiger plant, muss gleichzeitig für straffe Organisation und harte Kontrollen sorgen. Sind die Rahmenbedingungen weit gesteckt, verbreitet sich leicht Müßiggang und Verschwendung.
"Ich kenne kein E-Business-Projekt, bei dem nicht irgend etwas schief gelaufen ist", klagt Dirk Radtke, Projektmanager beim IT-Dienstleister GFT. Sein Rat: Vorsorge treffen.
Besonders wichtig ist es, einen Ablaufplan für den Notfall zu erstellen, Reservekapazitäten bereitzuhalten und Alternativszenarien zu entwickeln. Das Gesamtvorhaben sollte in überschaubare Teilprojekte unterteilt werden, an deren Ende jeweils Pufferzonen zur Lösung unvorhergesehener Probleme eingebaut sind.
Vor allem aber muss die Führungsspitze wissen, dass der Aufbau eines Unternehmensnetzwerks ein fortlaufender Prozess und kein einmaliges Projekt ist. Zwar gilt es festzulegen, welche Teilschritte wann absolviert werden. Völlig abgeschlossen aber ist das Vorhaben nie - ein neues E-Budget wird jedes Jahr fällig.
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