Von Eva Müller
Hamburg - Verflixt und zugenäht! Hinter den Türen der IT-Abteilungen deutscher Unternehmen wird deftig geflucht. Da haben sich internetbegeisterte Geschäftsführer von gewieften Softwareverkäufern schicke E-Business-Programme andrehen lassen. Die teuren Neuanschaffungen funktionieren aber nicht wie versprochen.
Und wer ist schuld? Die IT-Verantwortlichen. Sie arbeiten mit unzureichenden Werkzeugen und mit halbgarem Verständnis von den neumodischen Web-Systemen - und sollen jetzt neue Lösungen basteln.
Grund für den Ärger bei Kaufleuten und Technikern ist die fünfte Todsünde des E-Business: mangelndes Wissen über neue Technologien, Methoden und Prozesse.
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Obendrein sind viele EDV-Mitarbeiter heute schon mit der Wartung der vorhandenen Computeranlagen überlastet. Jetzt sollen sie sich auch noch um neue Techniken kümmern, die den laufenden Betrieb verändern und stören. Und zu allem Übel eignen sich die Werkzeuge und Methoden, die sie für die Systembetreuung und Datenpflege anwenden, nicht für den Einsatz in der Web-Welt.
Die Lösung für das Kompetenz-dilemma heißt: richtige Personalauswahl und Weiterbildung - unablässig.
Erfolgreiches E-Business lässt sich nicht nebenher von einem bestehenden Team einführen. Es bedarf zusätzlicher Qualifikationen, über die meist nur neu eingestellte Experten verfügen.
Die Leitung der E-Mannschaft sollte ein Manager übernehmen, der sowohl die Web-Technik als auch das Kerngeschäft des Unternehmens kennt. Das ist gewöhnlich kein Job für den Juniorchef oder jemanden, der für die letzten Berufsjahre einen Versorgungsposten braucht. Eine Spitzenkraft muss her.
Die wichtigste Aufgabe des Internet-Spezialisten ist es, die Verständigungslücke zwischen IT-Experten und Kaufleuten zu schließen - mit Gesprächen, Lehrgängen, gemeinsamer Festlegung von Abläufen. Die Techniker müssen lernen, wie ihre Arbeit einen echten Beitrag zum Unternehmenserfolg liefern kann. Für die Manager dürfen Begriffe wie Portal oder Marktplatz keine Modeworte bleiben. Sie müssen die Geschäftschancen erkennen, die sich hinter der Technik verbergen.
Tja, und die IT-Mitarbeiter können die neuen Web-Methoden nur beherrschen, wenn ihnen Fortbildungskurse angeboten und funktionierende Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden.
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