Von Eva Müller
Hamburg - Blubb-Spinat und grammatikalisch falsche Auskunft - okay. Seit wann aber macht Verona Feldbusch Werbung für eine Krankenversicherung?
Eigentlich gar nicht. Zwei Stunden lang lächelte die spärlich bekleidete Dame von der Website eines DKV-Außendienstlers - bis der E-Business-Beauftragte Roger Maenz das Mädel aus dem Auftritt des eifrigen Mitarbeiters entfernen ließ.
"Jeder Vertreter, jeder Abteilungsleiter hat bisher im Web gemacht, was er für richtig hielt", erklärt Maenz den peinlichen Zwischenfall. Deshalb musste ein E-Team im DKV-Vertrieb den Wirrwarr unzähliger Web-Aktivitäten ordnen.
Solche Sisyphusarbeit steht manchem E-Experten bevor. In vielen Unternehmen haben fortschrittliche Mitarbeiter Web-Projekte gestartet, lange bevor die Unternehmensführung an eine Internet-Strategie dachte.
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Die bunte Vielfalt symbolisiert die Todsünde Nummer drei beim Einsatz der Web-Technik: fehlende Koordination und Kontrolle.
Die erfolgreiche Umsetzung einer E-Strategie zieht eine grundlegende Veränderung des gesamten Unternehmens nach sich. Kernprozesse werden verändert, Systeme angepasst, Verhaltensweisen neu definiert. Die Mammutaufgabe kann nicht der Juniorchef - so nebenbei - betreiben. Schon gar nicht darf sie an die Techniker delegiert werden.
Die E-Transformation bedarf einer straffen zentralen Organisation. Die "E-Center" oder ähnlich benamste Stelle muss hart durchgreifen können. Ihre Vorgaben müssen in den Fachbereichen Priorität besitzen.
Die notwendige Durchsetzungskraft entsteht nur, wenn die Führung hinter der E-Truppe steht und ge-gebenenfalls Verstöße gegen deren Vorgaben sanktioniert.
Diktatorische Herrschaft? Besser nicht. Eher sollte der E-Verantwortliche die Abteilungschefs durch positive Beispiele überzeugen. Ein kleiner Hinweis wie "Der Bereich Produktion hat mit dem neuen E-Einkauf die Beschaffungskosten um 20 Prozent gesenkt" wirkt Wunder.
Natürlich kooperieren die Bereichsfürsten viel lieber, wenn sie mitreden dürfen - bei der Planung des Internet-Vorhabens, bei der Gestaltung der Prozesse, bei der technischen Realisierung. Der E-Zentrale muss bewusst sein, dass sie letztlich nur die Techniken wählen, Prozesse harmonisieren und Informationen standardisieren kann. Umsetzen müssen die schönen Konzepte die Praktiker vor Ort.
Im DKV-Außendienst jedenfalls hat die Internet-Truppe jetzt gemeinsam mit den Vertretern und Maklern einen einheitlichen Web-Auftritt gestylt - ganz ohne Verona.
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