München - Die Internetkrise und die Börsenflaute hinterlassen ihre Spuren in der Verlagswelt. Die Verlagsgruppe Handelsblatt in Düsseldorf stellt wenige Monate nach dem Start ihre Zeitschrift "e-Business" wieder ein. Und der "Werben und Verkaufen"-Ableger "eMarket" soll nur noch alle zwei Wochen erscheinen.
Die letzte Ausgabe
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist es nicht gelungen, eine ausreichend große Leserschaft für das Blatt zu begeistern. Auch das Anzeigengeschäft soll sich ausgesprochen schleppend entwickelt haben. Im letzten Heft fanden sich weniger als zehn bezahlte Anzeigenseiten.
Rege Fluktuation in der Redaktion
Das erste Heft war zum Cebit-Start am 12. März auf den Markt gekommen. Zum Start der Zeitschrift hieß es, "e-business" wende sich an "Investitionsentscheider und alle an der Internetwirtschaft Interessierten."
Bereits nach wenigen Wochen gab es einige Wechsel in der Redaktion. Mitte Mai wurden gleich acht Mitarbeiter auf einen Streich verabschiedet. Nach Darstellung des Fachblattes "Werben und Verkaufen" wurden sie von Herausgeber Stefan Baron vor die Tür gesetzt, weil sie den "hohen Ansprüchen" der WiWo-E -Business-Blattmacher nicht genügt hätten.
Kurz zuvor hatte Baron bereits den damaligen Chefredakteur Gregor Neumann seines Amtes enthoben. Er wurde durch Uli Pecher ersetzt, der zuvor als Chefredakteur von "Business 2.0" gearbeitet hatte. Das Magazin erschien im Future-Verlag, der kürzlich ebenfalls in Schwierigkeiten geraten war und "Business 2.0" eingestellt hatte.
Offensichtlich lief auch das Abonnenten-Geschäft von "e-Business" weniger gut als geplant. Dafür spricht die jüngste Werbeaktion des Magazins. Für die Anwerbung eines neuen Lesers wurde eine Prämie von 120 Mark versprochen. Das Jahresabo kostete inklusive Versand knapp 130 Mark.
Probleme hat auch der "Werben und Verkaufen"-Ableger "eMarket". Das bisher wöchentliche erscheinende Blatt soll künftig nur noch alle zwei Wochen erscheinen, erfuhr mm.de von Mitarbeitern des herausgebenden Verlags.
Einige Monate zuvor hatte sich bereits Konkurrent "Net-Business" aus der Verlagsgruppe Milchstraße von der wöchentlichen Erscheinungsweise verabschiedet. Nun soll das Blatt - wie bereits in den ersten Monaten seines Bestehens - wieder im Zwei-Wochen-Rythmus produziert werden.
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