Dienstag, 11. Dezember 2018

FC Bayern will Asien erobern Mia san China

Sie sind jung, sie haben die neuesten iPhones - und sie stehen auf Mario Götze: Chinesische Fans des FC Bayern München
Getty Images
Sie sind jung, sie haben die neuesten iPhones - und sie stehen auf Mario Götze: Chinesische Fans des FC Bayern München

Auf den ersten Blick wirkt die Zahl klein: 25 Millionen Euro Umsatz will der FC Bayern München in den kommenden Jahren in China machen - bei einem Gesamtumsatz von zuletzt knapp 530 Millionen Euro scheint das nicht allzu ambitioniert. Doch Karl-Heinz Rummenigge legt nach: Selbst im Vergleich mit den Schwergewichten aus Barcelona oder Manchester sei das nicht wenig.

Zwar hat der Verein auch die USA als wichtigen Markt identifiziert; Rummenigge sieht jedoch China als wichtigsten ausländischen Markt für seinen Club: 90 Millionen Chinesen sollen dort bereits zum deutschen Branchenprimus halten, das Potenzial ist noch deutlich größer. "Für den asiatischen Markt und China sprechen verschiedene Gründe", sagt Philipp Kupfer, Marketingexperte der Sponsoringberatung Repucom: Fußball sei beliebt, das Bevölkerungswachstum biete enormes Potenzial und enorme Kaufkraft. "Hinzu kommt: Die jüngere Bevölkerung ist sehr fußballinteressiert, hat sich vielfach aber noch nicht auf einen Lieblingsverein festgelegt."

Manchester United hat 15 internationale Partner - Bayern nur einen

Der Markt ist entsprechend umkämpft - und einige Vereine haben sich bereits einen gehörigen Vorsprung erarbeitet: "Die Premier League hat über viele Jahre Pionierarbeit geleistet", sagt Kupfer. "Manchester United, Arsenal, Manchester City, Liverpool oder Chelsea sind international entsprechend sehr gut unterwegs und haben viele Märkte früh erkannt und früh besetzt."

In Asien zeigt sich das auch an den Sponsoring-Deals: Chelsea trug etwa in den vergangenen zehn Jahren das Logo des südkoreanischen Technik-Konzerns Samsung auf seinen Trikots spazieren; in der kommenden Saison prangt dort der Schriftzug von Yokohama Tires. Auch Tottenham hat bereits im vergangenen Jahr einen lukrativen Sponsorenvertrag mit einem asiatischen Unternehmen abgeschlossen, dem Versicherer AIA aus Hong Kong.

Zwar haben auch die Bayern mit Yingli Solar bereits einen internationalen Sponsor gewonnen - aber eben nur einen. Manchester United arbeitet derweil mit 15 regionalen nicht-britischen Partnern zusammen, darunter ein japanischer Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und ein chinesischer Softdrinkhersteller.

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