Donnerstag, 30. Juli 2015

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Joe Kaeser übernimmt Wie krank ist Siemens?

Joe Kaeser übernimmt das Ruder bei einem tief verunsicherten Konzern. Pleiten und Pannen haben zuletzt den Ruf des Technologieriesen ramponiert. Doch wie krank ist Siemens wirklich? manager magazin online untersucht die Schlüsselsektoren im Vergleich zur Konkurrenz.

Siemens-Turbine: Der Auftragseingang ist zuletzt eingebrochen
1. Konventionelle Kraftwerke: Leichte Unruhe im Stammgeschäft

Der Bau von Gaskraftwerken und Turbinen ist das Brot-und-Butter-Geschäft von Siemens Börsen-Chart zeigen. Der Konzern ist technologisch führend und erlöst in der Division jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag. In keinem anderen großen Bereich erwirtschaften die Münchener eine derart hohe Marge. Zuletzt lag sie bei 15,1 Prozent.

Ganz so rund wie gewohnt lief es zuletzt indes für Sektor-Chef Michael Süß nicht. Der Auftragseingang ist zuletzt eingebrochen, Umsatz und Gewinn sind rückläufig gewesen. Konkurrenten wie Alstom Börsen-Chart zeigen machten keine bessere Figur, der wichtigste Wettbewerber General Electric Börsen-Chart zeigen holte auf dem Gebiet aber mehr Gewinn heraus: Die Marge lag zuletzt bei 19 Prozent.

Die Amerikaner profitieren auf dem Heimatmarkt am stärksten von der gestiegenen Nachfrage nach Gaskraftwerken. Diese haben der Schiefergasboom und verschärfte Umweltvorschriften für Kohlekraftwerke ausgelöst.

In Europa, wo Siemens stark ist, liegt die Nachfrage nach den Anlagen dagegen am Boden: Gas als Brennstoff ist viel teurer als in den USA, zudem liegt der Börsenstrompreis am Boden. Auch in China ist muss Siemens größere Marktanteile von lokalen Platzhirschen gewinnen. Die Staatsführung setzt stark auf Gas, um langfristig die dreckigen Kohlekraftwerke zu ersetzen. Für Siemens soll nun ein chinesisches Gemeinschaftsunternehmen die Türen öffnen - dahinter verbirgt sich ein gewaltiges Gewinnpotenzial.

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