Montag, 25. September 2017

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Manager als Marke Die Angst der Unternehmen vor dem Jürgen-Klopp-Effekt

Jürgen Klopp: Der gelbe Hintergrund zeugt davon, dass damals die unternehmerische Welt von Borussia Dortmund noch in Ordnung war - bis der Trainer seinen Rücktritt bekannt gab.

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Das deutsche Recht findet die vermutlich langweiligste Definition. Über 40 Worte braucht das Markengesetz zur Erklärung des juristischen Begriffs der Marke. Und überkleistert damit die Tatsache, dass eine Marke das vermutlich schillerndste Aushängeschild ist, mit dem Unternehmen sich nach außen schmücken können. Und nicht nur die. Aber von Anfang an.

Der Mercedes-Stern ist eine Marke, die Niere von BMW - und inzwischen auch das Apple-Obst. Strahlkraft entfalten einmal aufgebaute Marken aber nicht automatisch. Sie müssen gepflegt und immer wieder aufgeladen werden. Mercedes zum Beispiel hatte in 2009 ein "Definitionsproblem", schrieb die Zeit damals. Früher sei man einfach unter dem Motto "Das Beste oder nichts" aufgetreten, dann habe man sich ein wenig verzettelt.

Auch 2015 ist Markenpflege unerlässlich. Beispiel Mobiltelefone, die in den Augen etlicher Experten zumindest bei jungen Menschen das Auto längst als Statussymbol abgelöst haben. Statussymbole müssen bekanntlich glänzen. Und das fällt selbst den Platzhirschen augenscheinlich nicht leicht. "Früher starke Marken wie HTC und LG verlieren deutlich an Absatz, obwohl sie sehr gute und teilweise sehr edle Hardware bauen", erklärt Thorsten Piontek, der Gründer der Handy-Vertriebsplattform 7mobile.

"Vor allem chinesische Hersteller wie Huawei und Xiaomi drängen mit besserer Hardware zu günstigeren Preisen auf den Markt und nehmen den anderen Smartphone-Herstellern immer größere Kunden-Anteile weg. Das kriegt vor allem in letzter Zeit Technikriese Samsung zu spüren, die verstärkt versuchen, sich als Glam-Highend-Marke zu etablieren, um auf dem Handymarkt dauerhaft bestehen zu können, denn das beste Preis-Leistungsverhältnis können sie schon lange nicht mehr bieten. Apple hingegen verzeichnet zwar keine schwindenden Absätze, hat aber zunehmend weniger Neukunden. Dennoch bedienen sie eine bestimmte Kundengruppe, die auch weiterhin der Marke treu bleiben wird."

Mit anderen Worten - Menschen sind bereit, mehr Geld für eine Marke auszugeben. Aber auch nur dann, wenn die Strahlkraft der Marke den Kunden über die Preiskluft hinweg zum Standardprodukt trägt.

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