Samstag, 19. August 2017

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Manager als Marke Die Angst der Unternehmen vor dem Jürgen-Klopp-Effekt

Jürgen Klopp: Der gelbe Hintergrund zeugt davon, dass damals die unternehmerische Welt von Borussia Dortmund noch in Ordnung war - bis der Trainer seinen Rücktritt bekannt gab.

2. Teil: Menschen zu Marken

Auch Menschen können zur Marke werden und den Zugang zu einem Produkt oder Unternehmen erleichtern. Durch harte Arbeit und durch Erfolg. Volkswagens Ferdinand Piëch ist so ein Fall. Seine Genauigkeit ist sprichwörtlich, erst durch ihn wurde der Terminus Spaltmaß einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Je geringer das Spaltmaß, umso höher die Fertigungsqualität eines Automobils. Oder der bodenständige Warren Buffett. Welcher Multimilliardär geht schon stets im gleichen Steakhouse nebenan essen - und übernimmt im Vorübergehen einen deutschen Mittelständler wie den Motorradversender Detlev Louis? Und Starkicker Christiano Ronaldo mag ein eitler Pfau sein, doch hat er mit CR7 eine internationale Marke geschaffen. Im Idealfall passe das Produkt zur Person, sagt die Management-Trainerin Karin Siegle-Kvarnström. So wie bei Steve Jobs oder Marc Zuckerberg: "Die Produkte, das Image des Unternehmens, und die Persönlichkeit des Managers passen da absolut konsistent überein."

Wie auch im Falle von Piëch, Ronaldo oder Buffett. Alle drei sind eigen und erfolgreich. Genau darin kann auch eine Gefahr liegen.

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"Eine charismatische und starke Führungskraft wird immer im gleichen Atemzug wie das Unternehmen genannt, wird quasi mit dem Unternehmen gleichgesetzt - siehe Apple und seinerzeit Steve Jobs oder Borussia Dortmund und Jürgen Klopp", beobachtet Irg Bührer, Geschäftsführer von Athletenwerk. "Jedoch ist es nicht im Sinne des Unternehmens, wenn die Marke der Führungskraft heller strahlt als die Marke des Unternehmens. Im Spitzensport hat man es zum Beispiel bei Jürgen Klopp und Borussia Dortmund gesehen. Der Trainer hat am Ende seiner Tätigkeit die Mannschaft 'überstrahlt', worunter langfristig die Leistung der Mannschaft gelitten hat." Entsprechend sei es für Unternehmen langfristig von entscheidender Bedeutung, "sich von einzelnen Personen zu emanzipieren, um am Markt dauerhaft als Unternehmens-Marke bestehen zu können."

Keine einfache Aufgabe für die Unternehmen. Jürgen Klopps Stern strahlt auch ohne die Borussia, der Name Christiano Ronaldo sowieso. Ein Strahlkraft-Risiko, wenn man so will, mit dem beide Seiten leben müssen. Und auch der Gesetzgeber. Der übrigens wie folgt beschreibt: Marken sind "alle Zeichen, insbesondere Wörter einschließlich Personennamen, Abbildungen, Buchstaben, Zahlen, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen einschließlich der Form einer Ware oder ihrer Verpackung sowie sonstige Aufmachungen einschließlich Farben und Farbzusammenstellungen (...) die geeignet sind, Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden."



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