Montag, 15. Oktober 2018

Walgreens will AmerisourceBergen Neuer Milliardendeal in US-Pharmabranche

Walgreens-Filiale in New York: Walgreens müsste 18 Milliarden Dollar für AmerisourceBergen zahlen
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Walgreens-Filiale in New York: Walgreens müsste 18 Milliarden Dollar für AmerisourceBergen zahlen

In den Vereinigten Staaten bahnt sich offenbar eine weitere Milliardenübernahme im Gesundheitssektor an. Der Pharmahändler und Drogerieketten-Betreiber Walgreens Boots Alliance sei an einer Komplettübernahme von AmerisourceBergen interessiert, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Vor ein paar Wochen habe es Gespräche gegeben. Es stehe aber keine Transaktion unmittelbar bevor, hieß es weiter. Walgreens hält bereits 26 Prozent an dem Pharmagroßhändler, dessen Börsenwert vor der Veröffentlichung des "WSJ"-Berichts bei knapp 20 Milliarden Dollar gelegen hatte.

Die AmerisourceBergen-Aktie legte nachbörslich um rund ein Fünftel zu. Gemessen an dem nachbörslich erreichten Kursniveau müsste Walgreens Boots Alliance rund 18 Milliarden Dollar auf den Tisch blättern, um AmerisourceBergen komplett schlucken zu können. Die beiden beteiligten Unternehmen wollten die Spekulationen auf Anfrage des "WSJ" nicht kommentieren.

Im US-amerikanischen Gesundheitsbereich ist es in den vergangenen Monaten wegen des Kostendrucks infolge zahlreicher politischer Reformen zu zahlreichen Milliardenübernahmen gekommen. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte und Spekulationen, dass Amazon Börsen-Chart zeigen stärker in den Pharmahandel vorstoßen will und den Sektor damit aufmischen würde. Dies bringt die etablierten Anbieter von Pharmaprodukten und auch Gesundheitsversicherer unter Druck.

So hatte Walgreens Boots Alliance Ende 2015 angekündigt, den Rivalen Rite Aid für fast zehn Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Die Aufseher blockierten jedoch die Übernahme. Zudem stellten sich die Gewerkschaften quer, so dass sich Walgreens mit knapp 2000 Rite-Aid-Filialen und damit weniger als die Hälfte für rund vier Milliarden Dollar zufrieden geben musste.

mg/dpa-afx

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