Dienstag, 26. Juli 2016

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Maschinenbauer Vorstand von Heidelberger Druck soll gehen

Marcel Kießling: Der für das Service-Geschäft zuständige Vorstand ist offenbar zu stark geworden - Vorstandschef Linzbach drängt auf Kießlings Abgang
Heidelberger Druckmaschinen
Marcel Kießling: Der für das Service-Geschäft zuständige Vorstand ist offenbar zu stark geworden - Vorstandschef Linzbach drängt auf Kießlings Abgang

Marcel Kießling, Vorstandsmitglied bei Heidelberger Druckmaschinen, soll nach Informationen von manager magazin das Unternehmen verlassen. Vortandschef Gerold Linzbach will nicht mehr mit Kießling zusammenarbeiten.

Hamburg - Am 7. Februar kaufte Marcel Kießling (52) Anteilscheine der Heidelberger Druckmaschinen AG, insgesamt 10.500 Stück. Bei einem Kurs von 2,58 Euro war das kein großer finanzieller Kraftakt, aber immerhin: Der Betriebswirt, der im Vorstand der Heidelberger die Service-Sparte verantwortet, glaubte offenbar an die Zukunft des Unternehmens und auch an seine eigene.

Indes, der Mann hat sich getäuscht. Nur wenige Tage nach dem Geschäft kam Gerold Linzbach (58), der Vorstandsvorsitzende der kurpfälzischen Maschinenbauer, auf Kießling zu und teile ihm mit, dass er den Konzern zu verlassen habe.

Kießling, dessen Vertrag noch rund zwei Jahre läuft, soll mehr als überrascht gewesen sein. Schließlich hatte sein Bereich in jüngster Zeit gute Zahlen abgeliefert - jedenfalls im Vergleich zu den Verlusten, die das Unternehmen insgesamt schreibt.

Beratungen im Aufsichtsrat stehen noch aus

Aber genau da liegt das Problem: Kießling ist zu stark geworden. Er hat sein ganzes Berufsleben den Heidelberger Druckmaschinen gewidmet, er kennt die Firma bis in den letzten Winkel und er gibt schon mal deutliche Widerworte - auch dem Vorstandschef gegenüber.

Linzbach konnte dies nicht gefallen. Der CEO, der im September 2012 als Sanierer angetreten war, steht selbst unter Druck. Im letzten Quartal hat er die Erwartungen deutlich verfehlt, die Aktie stürzte um fast 10 Prozent ab.

Am Rande einer Führungskräftetagung hat Linzbach nun auch Vertraute wissen lassen, dass er mit Kießling nicht mehr zusammenarbeiten will. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Heidelberger Druckmaschinen, Robert Koehler (65), dürfte über die Indiskretion wenig erfreut sein - nach Angaben eines Insiders wollen die Kontrolleure erst im Laufe der kommenden Woche über die Personalie beraten.

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