Sonntag, 23. September 2018

Klagen gegen UBS, Credit Suisse, Julius Bär in Vorbereitung Oligarch Viktor Vekselberg schlägt zurück

Viktor Vekselberg (Bild Archiv) legt sich mit Schweizer Großbanken an

Der russische Oligarch Viktor Vekselberg bereitet offenbar Klagen gegen die wichtigsten Schweizer Banken vor. Im Konflikt um US-Sanktionen sollen UBS, Credit Suisse und Julius Bär milliardenschwere Konten des Unternehmers auf Eis gelegt haben und ihm auch den Zugriff auf Aktienpakete seiner Schweizer Industriebeteiligungen verwehren.

Die angedrohten US-Sanktionen machen russischen Oligarchen und ihren Beteiligungen mittlerweile schwer zu schaffen. Der Putin-nahe Unternehmer und Chef des Aluminiumkonzerns Rusal, Oleg Deripaska, bekommt das seit Wochen zu spüren - und gibt nach. Zuletzt kündigte er an, sich aus der Führung der Holding EN+, die fast die Hälfte der Rusal-Anteile besitzt, zurückzuziehen und seine Anteile daran zu reduzieren. Um Rusal zu retten, gaben kürzlich die Rusal-Chefin und die Hälfte der Aufseher ihre Ämter auf.

Auch der in der Schweiz wohnende Viktor Vekselberg sowie seine Managementgesellschaft Renova sind von den Sanktionen betroffen. Bis zum 5. Juni müssen seine Geschäftspartner die Verbindungen zu dem Unternehmer aufgelöst haben, fordert das US-amerikanische Office of Foreign Asset Control (Ofac). Dabei gilt Vekselberg unter Beobachtern bislang eher als politisch unauffällig.

Über seine Management-Gesellschaft Renova hält der Oligarch erhebliche Anteile an Schweizer Industrieunternehmen wie Oelrikon, Sulzer und Schmolz und Bickenbach, die teils auch in den USA tätig sind. Bei allen drei Konzernen hat Vekselberg zumindest formell seine Beteiligung bereits unter die Schwelle von 50 Prozent gesenkt, um sie vor den Folgen der gegen ihn erlassenen US-Sanktionen zu schützen, berichtete unter anderem die Neue Züricher Zeitung (NZZ).


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Jetzt schlägt der russische Milliardär zurück. Nach verschiedenen Schweizer Berichten geht Vekselberg gegen mehrere Schweizer Banken vor, weil sie quasi in vorauseilendem Gehorsam und in Angst vor US-Behörden bis zu zwei Milliarden Franken seines Privatvermögens eingefroren haben sollen, berichtet unter anderem die "Schweiz am Wochenende". Vekselbergs Anwälte bereiteten Klagen unter anderem gegen Credit Suisse, UBS und auch Julius Bär vor.

Da die Konten nach Schweizer Recht sowie in Schweizer Franken und nicht in Dollar angelegt seien, sei ihre Sperrung widerrechtlich, berichtete die Zeitung unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise.

Die Geldinstitute sollen dem Milliardär zumindest vorübergehend auch den Zugriff auf große Aktienpakete verwehrt haben, die als Sicherheit für zwei Kredite hinterlegt waren. Die Kredite in Milliardenhöhe seien aber längst zurückgezahlt und somit die Aktienpakete wieder freizugeben, so die Argumentation Vekselbergs. Russische Geschäftsbanken jedoch nicht der russische Staat sollen dem Milliardär bei der kurzfristigen Rückzahlung der Kredite geholfen haben, heißt es.

rei

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