Mittwoch, 24. August 2016

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Mehr Gewinn, neue Probleme in USA ThyssenKrupp bleibt vorsichtig

ThyssenKrupp: Die Dividende steigt um 4 Cent auf 15 Cent je Aktie

ThyssenKrupp hat sich nach einer Gewinnsteigerung im vergangenen Geschäftsjahr zurückhaltend zu seinen Aussichten geäußert. "Sorge bereiten uns wachsende Unsicherheiten bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der hohe Importdruck auf den Werkstoffmärkten vor allem aus Asien", schrieb Konzernchef Heinrich Hiesinger im am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht: "Insgesamt halten wir daher einen vorsichtigen Blick auf 2015/2016 für geboten." Er kündigte weitere Kostensenkungen an.

Im Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende September) steigerte der Mischkonzern dank besserer Ergebnisse im Aufzugs- und im Stahlgeschäft den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um 26 Prozent auf 1,676 Milliarden Euro. Im neuen Geschäftsjahr peilt ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen einen Wert zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro an. Der Dax-Konzern startete verhalten ins neue Geschäftsjahr: Im ersten Quartal erwartet er einen Rückgang des operativen Ertrags.

Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr eine Dividende von 15 Cent je Aktie erhalten - vier Cent mehr als zuletzt. Hier hatten von Reuters befragte Analysten mit 21 Cent gerechnet. "Die Dividende kann uns mittelfristig zwar nicht zufrieden stellen", räumte Hiesinger ein. Es sei aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Der Überschuss nach Anteilen Dritter kletterte um 46 Prozent auf 309 Millionen Euro. Diesen Wert will Hiesinger im laufenden Jahr deutlich steigern. Erstmals seit fast zehn Jahren konnte Thyssenkrupp mit einem Wert von 65 Millionen Euro einen positiven Mittelzufluss (Free Cashflow) vor Desinvestitionen erzielen.

Europa-Stahlgeschäft besser - neue Probleme in Amerika

"Wir haben geliefert, was wir versprochen haben", sagte Hiesinger. Größter Gewinnbringer war die Aufzugssparte. Die europäische Stahlsparte konnte ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Sie profitierte jedoch vor allem von Sparmaßnahmen und niedrigeren Rohstoffpreisen. Der Schwerindustrie machen der Preisdruck und die Billigimporte aus China zu schaffen.

Im amerikanischen Stahlgeschäft, das Thyssenkrupp früher Milliardenverluste bereitete, sei der Fehlbetrag unter anderem wegen negativer Wechselkurseffekte mit 138 Millionen Euro schlechter als vor Jahresfrist ausgefallen.

Hiesinger war 2010 von Siemens Börsen-Chart zeigen zu Thyssenkrupp gewechselt und hatte Anfang 2011 die Führung übernommen. Er hat seitdem den Konzern stärker auf das Technologiegeschäft mit Aufzügen, Maschinen, Autoteilen oder U-Booten und weniger auf das früher dominante Stahlgeschäft ausgerichtet.

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