Mittwoch, 24. Oktober 2018

Gerüchte über Einstieg von Paul Singer US-Investor Singer drängt auf Umbau bei Thyssenkrupp

Paul Singer (rechts): Der Gründer vom US-Hedgefonds Elliot plant laut Medienberichten den Einstieg bei ThyssenKrupp - und drängt auf die Absetzung von ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger (links)
AFP; Reuters
Paul Singer (rechts): Der Gründer vom US-Hedgefonds Elliot plant laut Medienberichten den Einstieg bei ThyssenKrupp - und drängt auf die Absetzung von ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger (links)

Der US-Hedgefonds Elliott will mitten in den abschließenden Verhandlungen über eine Stahlfusion bei Thyssenkrupp mitmischen. Elliott wolle ein Paket an dem Konzern erwerben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aktienkurs schoss um 7 Prozent nach oben.

Thyssenkrupp und ein Elliott-Sprecher in Deutschland wollten sich nicht zu dem Thema äußern. Elliott gilt als wenig zimperlich. Der vom US-Milliardär Paul Singer gegründete aktivistische Fonds hatte zuletzt unter anderem das Management des Anlagenbauers Gea unter Druck gesetzt.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst über den Fall berichtet. Ziel sei es, Heinrich Hiesinger zu ersetzen, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider. Hiesinger werde eine Wende bei dem Unternehmen nicht mehr zugetraut.

Zerschlagung von Thyssen: Plant Elliott den Schulterschluss mit Cevian?

Theoretisch könnte Elliott gemeinsame Sache mit dem schwedischen Finanzinvestor Cevian machen, der mit einem Anteil von rund 18 Prozent der zweitgrößte Einzelaktionär nach der Krupp-Stiftung mit rund 21 Prozent ist.

Cevian fordert seit langem von Hiesinger und dem Management eine schärfere Strategie. Dazu gehöre, dass nach dem Stahl auch alle anderen Bereiche des Mischkonzerns unter die Lupe genommen werden. Zu den Sparten gehören der Anlagen- und U-Boot-Bau, Aufzüge und Fahrtreppen, Autoteile oder der Werkstoffhandel. Dies könnte auf eine Zerschlagung von Thyssenkrupp hinauslaufen.

Hiesinger will Stahlsparte bis Ende Juni mit Tata fusionieren

Hiesinger versucht seit zwei Jahren, die Stahlsparte mit der des Konkurrenten Tata Steel zu fusionieren. Der Prozess hatte sich immer wieder verzögert. Das Ziel von Hiesinger ist nun eine Vereinbarung bis Ende Juni. Danach will das Management seine künftige Strategie vorstellen.

Cevian reichen die Margen in einzelnen Bereichen nicht. Zudem fehlen den Schweden konkretere Zielvorgaben.

Hiesinger führt den Konzern seit 2011. Der ehemalige Siemens-Manager genießt im Unternehmen großes Ansehen, hatte er Thyssenkrupp doch nach den Fehlschlägen im US-Stahlgeschäft vor dem Abgrund bewahrt.

Singer könnte schon in den kommenden Wochen die meldepflichtigen Stimmrechtsschwellen von 3 oder 5 Prozent erreichen, berichtete Bloomberg. Elliotts Kritik an Hiesinger richte sich gegen dessen Fähigkeit, die Wende im Konzern herbeizuführen.

Auch die komplizierte Geschäftsstruktur von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen , der etwa U-Boote aber auch Aufzüge baut, war Cevian zuletzt ein Dorn im Auge. Die Schweden forderten deshalb auf der Hauptversammlung im Januar die Aufspaltung des Unternehmens, setzten sich mit ihrer Forderung aber nicht durch.

la/reuters

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