Sonntag, 17. Dezember 2017

Die wichtigsten Fragen zur Stahlfusion Warum Thyssenkrupp bei Tata gelandet ist

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger

Was bleibt von Thyssenkrupp?

Das hängt von den weiteren Verhandlungen über das am Mittwoch nur im Grundsatz vereinbarte Joint-Venture ab - und vor allem davon, wie Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger den Aufsichtsrat für den Deal gewinnen kann. Während die Arbeitnehmer um die starke deutsche Montan-Mitbestimmung für die Stahlsparte fürchten, wünscht der Großinvestor Cevian eine noch weitergehende Spaltung, um etwa die Aufzugsparte zu Geld zu machen.

Geht es nach Hiesinger, bleibt Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen ein Konglomerat aus verschiedenen Industriesparten, die alle auf der Basis des Stahlgeschäfts entstanden sind, aber eine höhere Wertschöpfung und Rendite versprechen - vor allem, weil mit den veredelten Produkten auch Dienstleistungen wie Wartungsaufträge verkauft werden.

Ohne Steel Europe (Umsatz im Geschäftsjahr 2015/16: 7,6 Milliarden Euro) bleiben noch die Aufzugsparte (7,5 Milliarden), Teile für Auto- und Maschinenbau (6,8 Milliarden), Bau und Automatisierung industrieller Großanlagen einschließlich der Reste von Marineschiffbau (5,7 Milliarden) sowie der Materialhandel (11,9 Milliarden - wovon aber auch ein Teil in die Fusion eingebracht werden soll).

Die 50-prozentige Beteiligung am durch Tata Steel Europe auf 16 Milliarden Euro Jahresumsatz vergrößerten Stahlgeschäft verspricht der Ruhr-Konzern übrigens auch langfristig zu halten - aber als Finanzbeteiligung, nicht mehr als Kerngeschäft.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH