Freitag, 15. Dezember 2017

Tabakriese BAT Lucky Strike kauft Camel für 50 Milliarden Dollar

BAT: Der Tabakriese übernimmt den Konkurrenten Reynolds komplett

Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) ist mit einem erhöhten Übernahmeangebot für Konkurrent Reynolds American doch noch zum Zug gekommen. Beide Unternehmen hätten sich auf die Bedingungen zum Kauf der 57,8 Prozent der Reynolds-Anteile geeinigt, die noch nicht im Besitz von BAT seien, teilte BAT am Dienstag mit. Die Briten bieten den anderen Reynolds-Anteilseignern je Aktie 29,44 US-Dollar in bar plus 0,526 an der New Yorker Börse notierte Hinterlegungsscheine (ADR) für die eigene Aktie.

Die Offerte beläuft sich damit laut BAT Börsen-Chart zeigen auf 59,64 Dollar je Reynolds-Papier - das sind gut 6,50Prozent mehr als der letzte Schlusskurs in New York von 55,97 Dollar - und insgesamt auf 49,4 Milliarden Dollar. Wie erwartet mussten die Briten damit tiefer in die Tasche greifen als zuvor geplant: Bereits im November hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass dem Reynolds-Management die ursprünglich gebotenen 47 Milliarden Dollar zu wenig seien.

Nach erfolgreicher Übernahme würde BAT Weltmarktführer werden

Mit dem geplanten Zusammengehen der beiden Unternehmen rollt die Konsolidierungswelle in der Branche weiter. Die Zigarettenhersteller kämpfen mit einem nachlassenden Interesse an ihrem Hauptprodukt. Reynolds ist für BAT insbesondere wegen der US-Marktführerschaft bei E-Zigaretten attraktiv.

BAT ist auch in Deutschland aktiv. Größte Marke ist hier Lucky Strike, daneben auch Pall Mall. Reynolds American ist auf den US-Markt konzentriert, seitdem das internationale Geschäft 1999 an Japan Tobacco verkauft wurde. Alle Marken, auch Camel, gehören außerhalb der USA zu dem asiatischen Konzern und werden von JT International in der Schweiz geführt.

Klappt die Übernahme, könnte BAT der nach eigenen Angaben größte börsennotierte Tabakkonzern nach Umsatz und Ertrag werden. Damit würde BAT an der Spitze den Marlboro-Hersteller Philip Morris ablösen.

la/dpa/reuters

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