Sonntag, 24. Juli 2016

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Irrer Wettkampf um die Hotelkette Starwood Warum J.C. Flowers auf eine "Atombombe" setzt

J. Christopher Flowers: Der Finanzinvestor will zusammen mit dem chinesischen Versicherungskonzern Anbang die US-Hotelkette Starwood übernehmen - und Marriott doch noch überflügeln

Viel Zeit für seine Lieblingsbeschäftigungen Spazieren- und Essengehen hat Arne Sorenson aktuell nicht. Gerade schien der Mariott-CEO noch im Bieterstreit um die US-Amerikanische Hotelkette Starwood obsiegt zu haben. Er bietet einen 1,4 Milliarden Dollar schweren Aufschlag auf das Erstgebot von 12,2 Milliarden Dollar, der Fusionsvertrag zwischen Marriott und Starwood ist schon aufgesetzt. Doch nun bekommt Sorenson schon wieder Gegenwind aus China.

Um im Übernahmekampf um Starwood doch noch den Zuschlag zu bekommen, legt das Konsortium um den chinesischen Versicherer Anbang noch einmal einen drauf. Fast 14 Milliarden Dollar wollen die Chinesen zahlen. Mit im Boot: Primavera Capital sowie die in Deutschland für seine Beteiligungen an der HSH Nordbank und der HRE bestens bekannte Beteiligungsgesellschaft J.C. Flowers.

J.C. Flowers würde mit der Starwood-Übernahme ebenfalls Neuland betreten. Bislang hatte der von dem ehemaligen Goldman-Sachs-Partner J. Christopher Flowers gegründete Investor vor allem im Finanzbereich investiert.

Mit dem politisch gut vernetzten Anbang-Konzern war die Beteiligungsgesellschaft 2014 beim Verkauf seines belgischen Investments Fidea in Kontakt gekommen. Ein Kontakt, von dem J.C. Flowers nun gerne weiter profitieren würde.

Bislang hat sich die umworbene Hotelkette Starwood noch nicht dazu geäußert, welches Angebot nun tatsächlich angenommen wird. Doch der Konzern hofft natürlich auf einen Aufschlag. Das Angebot des Konsortiums werde "vernünftigerweise" wohl zu einem besseren Angebot führen, als im Fusionsvertrag mit Marriott festgehalten, erklärte das Unternehmen am Montag.

Wie Anbang & Co. den Zukauf finanzieren wollen, dazu hat sich der Versicherer bislang noch nicht geäußert. Analysten rechnen jedoch nicht damit, dass die Chinesen Schwierigkeiten bekommen dürften, das Geld aufzubringen.

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