Dienstag, 28. Juni 2016

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Skigebiete im Klimawandel So leiden Unternehmen unter der Schneeschmelze

Talabfahrt unmöglich: Der Klimawandel trifft die Wirtschaft
Abgesagte Weltcuprennen, und dann auch noch das Aus für den Biathlon-Weltcup in Oberhof - die aktuelle Skisaison war bislang alles andere als leicht - sowohl für Skifans als auch für Skigebiete und Hoteliers.

Um mehr als 90 Prozent sind in einigen Gegenden in der Schweiz die Gästezahlen wegen des milden Wetters in der ersten Saisonhälfte eingebrochen. Landesweit lag das Umsatzminus der Seilbahnen trotz künstlicher Beschneiung immernoch bei knapp 13 Prozent.

Und dass 2015 ein einmaliger Wärme-Ausrutscher gewesen ist, glaubt keiner mehr. Selbst die Bundesregierung geht mittlerweile davon aus, dass bald nur noch jedes zehnte Skigebiet in Deutschland schneesicher sein wird.

Steht ein Massensterben kleinerer Skigebiete bevor?

Eine Entwicklung, die nach Einschätzung des Innsbrucker Tourismusforschers Robert Steiger letztlich für eine Vielzahl vor allem kleinerer Skigebiete das Aus bedeuten wird. Denn auch wenn viele aktuell noch mit Skikanonen und Liften aufrüsten, um gegenüber der direkten Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten - auf Dauer, so Steiger, werden etliche das Wettrüsten nicht durchhalten können.

Denn künstliche Beschneiung in immer größerem Ausmaß ist teuer. "Die Zahl der Skifahrer in den Alpen ist stagnierend bis rückläufig, der Markt umkämpft - auch zwischen den heimischen Skigebieten", fasst Steiger die aktuelle Entwicklung gegenüber dem österreichischem "Kurier" zusammen. "Der Verdrängungswettbewerb findet bereits statt." Er sei nur noch nicht gut sichtbar, weil Skigebiete in wirtschaftlichen Schwierigkeiten oft mit öffentlichen Geldern aufgefangen würden.

Viele Wintersportorte versuchen indes, ihre Gäste auch ohne Schnee bei Laune zu halten, bieten geführte Wandertouren, Thermenbesuche oder Kinderbespaßung an. Ohne Schnee dürfte es für viele Regionen aber schwer sein, im Kampf mit anderen Urlaubsregionen mithalten zu können.

Doch es sind nicht nur die Skigebiete, die leiden. An dem Geschäft mit den Skifahrern hängen gleich mehrere Industrien.

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