Samstag, 16. Dezember 2017

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Bis zu zehn Milliarden für Anteil an Siemens-Medizintechnik Frankfurt steht Mega-Börsengang bevor

Soll den Milliarden-Börsengang wuppen: Siemens-Vorstand Michael Sen.

Der Frankfurter Börse steht im kommenden Jahr voraussichtlich der größte Börsengang seit dem der Deutschen Telekom vor 20 Jahren ins Haus. Der Industriekonzern Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers in der deutschen Finanzmetropole und nicht in New York an die Börse bringen. Das entschied der Siemens-Aufsichtsrat am Mittwoch. "Frankfurt ist eines der weltweit größten Wertpapierhandelszentren, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund des Brexit weiter zunehmen wird", sagte der zuständige Vorstand Michael Sen

in München. Konzernchef Joe Kaeser hatte den 49-Jährigen Anfang des Jahres extra für den Börsengang aus dem Vorstand von Eon abgeworben und nach München zurückgeholt. Der Finanzexperte hatte zuvor seine Karriere komplett bei Siemens verbracht.

Sen hatte auch mit einem Börsengang in New York geliebäugelt. Dort sind die meisten Konkurrenten in der Medizintechnik gelistet. Allerdings spricht laut Investmentbankern immer weniger für einen Börsengang im Ausland, weil Investoren an allen großen, liquiden Börsenplätzen aktiv sind. In den USA schrecken deutsche Firmen vor allem die strengen Börsenvorschriften dort ab. London war wegen des geplanten Brexit schnell aus dem Rennen.

Analysten veranschlagen den Börsenwert der künftigen SiemensHealthineers AG auf bis zu 40 Milliarden Euro. Laut Finanzkreisen will Siemens zunächst 15 bis 25 Prozent der Anteile an die Börse bringen - das wäre ein Emissionsvolumen von sechs bis zehn Milliarden Euro.

Geplant ist der Börsengang für das erste Halbjahr 2018. Ende März will der Konzern startbereit sein, um dann die nächstbeste Gelegenheit nutzen zu können. "Unsere Vorbereitungen für den Börsengang liegen voll in Plan", sagte SiemensFinanzvorstand Ralf Thomas. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken Goldman Sachs, Deutsche Bank und JPMorgan, wie Siemens bestätigte. BNP Paribas, Bank of America Merrill Lynch, Citigroup und UBS sollen helfen, Anleger für die Aktien zu finden.

Siemens-Medizintechnik: Börsengang für Halbjahrerstes Halbjahr 2018 geplant

Mit dem Börsengang will Siemens zum einen den Wert seiner renditeträchtigsten Sparte stärker ins Bewusstsein der Anleger bringen. Zum anderen soll sie damit die Möglichkeit bekommen, Übernahmen mit eigenen Aktien zu bezahlen. "Ziel ist es, nachhaltig und profitabel zu wachsen und die Paradigmenwechsel der Gesundheitsbranche aktiv zu gestalten", sagte Sen.

Reuters, soc

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