Freitag, 9. Dezember 2016

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Spanische Medien: Kaufinteresse an Gamesa Endlich Weltmarktführer! Siemens prüft Milliardenkauf

Siemens-Windturbine: Die Branche ist im Umbruch

Siemens hat einem Medienbericht zufolge Interesse am Kauf des spanischen Windturbinenherstellers Gamesa. Die Münchner hätten bereits die Deutsche Bank mandatiert, um die Möglichkeiten einer Übernahme auszuloten, berichtet der spanische Online-Dienst "El Confidencial" unter Berufung auf Kenner des Vorgangs. Es liefen zudem bereits Gespräche mit dem spanischen Energieversorger Iberdrola, der mit einem Anteil von knapp 20 Prozent der größte Aktionär von Gamesa ist. Siemens wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Gamesa teilte in einer öffentlichen Stellungnahme für Regulatoren mit, "man prüfe regelmäßig die verschiedenen strategischen Optionen, die der Gruppe präsentiert würden".

Der Schritt wäre die dritte große Übernahme in der Branche innerhalb kurzer Zeit. Vor Jahresfrist hatte der Finanzinvestor Centerbridge den Hamburger Anbieter Senvion gekauft. Inzwischen ist dort Ex-Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger der Frontmann. Danach organisierte dann Unternehmerin und Großaktionärin Susanne Klatten den Zusammenschluss von Nordex, ebenfalls aus Hamburg, und dem spanischen Anbieter Acciona.

Dem Bericht zufolge erwägen die Münchner ein öffentliches Übernahmeangebot für das Unternehmen, dass zu den größten Windanlagenbauern der Welt gehört. An der Madrider Börse wird Gamesa mit gut vier Milliarden Euro bewertet. Nach Veröffentlichung des Medienberichts stieg der Börsenwert auf rund 4,6 Mrd. Euro. Das Unternehmen rechnete zuletzt für das abgelaufene Jahr mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und einer operativen Marge (Ebit) von mindestens 8 Prozent. Gamesa war in der Vergangenheit immer wieder Objekt von Übernahmespekulationen.

Das Geschäft mit Windturbinen lief zuletzt bei den großen Anbietern schleppend. Angesichts des niedrigen Ölpreises zögern viele Investoren mit dem Bau neuer Windparks. Siemens hatte wie der US-Erzrivale GE im vergangenen Quartal mit Umsatzeinbußen in dem Segment zu kämpfen. Siemens hatte in seiner Sparte mit Erneuerbaren im Geschäftsjahr 2014/15 (Ende September) zuletzt knapp 5,7 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Dabei erreichte Siemens die operative Zielmarge (Ebita) von 5 bis 8 Prozent in dem Geschäft wie auch im ersten Geschäftsquartal des laufenden Jahres nicht.

Vorstandschef Joe Kaeser sprach aber von einem vorübergehenden Effekt für sein Haus. Die Auftragslage spreche für steigende Einnahmen in dem Geschäftsfeld bereits in naher Zukunft.

Nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel würden die beiden Unternehmen gut zusammenpassen. Es entstünde der weltweite Windkraftbranchenführer. Siemens ist derzeit Marktführer für Maschinen auf hoher See (offshore), Gamesa habe seine Stärken an Land (onshore).
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ts/Reuters/dpa-afx

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