Freitag, 1. Juli 2016

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Stephan Heimbach verlässt Siemens Kaeser jetzt auch Pressesprecher von Siemens

Muss jetzt noch mehr erklären: Joe Kaeser, Siemens-Chef.

Der Vorstandsvorsitzende des Siemens-Konzerns, Joe Kaeser, übernimmt übergangsweise auch die Rolle des Chefkommunikators des Münchener Dax-Konzerns. Grund ist der Ausstieg des bisherigen Leiters "Communications and Government Affairs", Stephan Heimbach. Heimbach quittiert seinen Dienst bereits zum 1. März, also in einem Monat, wie Siemens am Montagmorgen mitteilte. Einen Nachfolger gibt es bislang noch nicht.

Die Umstände der Personalie deuten auf eine Planungspanne hin. Die Position des Chefkommunikators eines politisch wie medial derart präsenten Unternehmens wie Siemens wird normalerweise in einem geordneten und mehrfach abgesicherten Prozess besetzt, um kein Vakuum entstehen zu lassen. Wie lange Kaeser, 58, den Job jetzt neben seinen Hauptaufgaben übernimmt, teilte Siemens nicht mit.

Heimbach will sich nach rund neun Jahren als Chefkommunikator von Siemens offenbar unternehmerisch engagieren. "Deutschland bietet politisch und gesellschaftlich viele Anknüpfungspunkte; Wirtschaft, Unternehmen, Märkte und Technik auch. Ich freue mich auf Freiraum dafür und mehr unternehmerische Selbstständigkeit", teilte er mit. Heimbachs Frau, Sabine Saphörster-Heimbach (CSU), war von Januar 2010 bis Februar 2014 stellvertretende Regierungssprecherin in Berlin, danach hatte sie für das Deutsche Aktieninstitut in Berlin gearbeitet. Inzwischen arbeitet sie freiberuflich als Medienberaterin in München und Berlin.

Im Jahr 2013 stand Heimbach schon einmal vor dem Ausstieg bei Siemens. Damals hatten die Münchener bereits den damaligen Handelblatt-Vizechefredakteur Michael Inacker als neuen Kommunikationschef verpflichtet. Nachdem Kaeser neuer CEO wurde, blies er die Personalie allerdings ab. Inacker ist inzwischen Vorstandsvorsitzender der Kommunikationsagentur WMP Eurocom.

Alexander Geiser – Obwohl erst 40 Jahre alt, ist der Kommunikationsprofi inzwischen der wichtigste Agent für deutsche Konzernlenker, die Probleme mit ihren Investoren oder angelsächsischen Behörden haben – was nicht selten zusammenfällt. Geiser hilft, dass er lange in Nordamerika gelebt hat und also die Verhältnisse dort exzellent kennt. Deutsche Bank, ThyssenKrupp und Adidas gehören zu seinen Kunden. Seit ein paar Wochen gilt die Konzentration des Zwei-Meter-Mannes seinem bislang wohl schwierigsten Mandat: Volkswagen. Lesen Sie das große Porträt in der Februar-Ausgabe des manager magazins

Christoph Walther - Seitdem der Münchener Großmeister (59; Foto oben) und Co-Gründer Roland Klein (61) im Jahr 2012 Kasse gemacht und ihre erfolgreiche Agentur CNC in die französische Gruppe Publicis eingebracht haben, kommt das Geschäft nicht mehr wirklich voran. Der neue CEO Bernhard Meising (47), der 2015 die Führung übernahm, versucht nun aufzuholen.

Lutz Golsch - ist seit knapp zwei Jahrzehnten im Business. 2013 übernahm der 48-Jährige bei FTI Consulting, früher Financial Dynamics, die Führung der Kommunikationssparte in Deutschland. FTI ist vor allem spezialisiert auf Finanz-Marktkommunikation bei Transaktionen. Das Unternehmen gilt im Merger-Markt als Nummer vier, hinter Branchenführer Hering Schuppener, Brunswick und CNC.

Christian Weyand - Der 48-jährige Kommunikationsprofi führt das Frankfurter Büro des internationalen PR- und Kommunikationsunternehmens Brunswick Group (750 Mitarbeiter in 13 Ländern). Der hiesige Ableger litt im vergangenen Jahr unter einem Machtkampf zwischen Ex-Deutschland-Chef Thomas Knipp (53) und Europa-Chefin Annette Brodin Rampe (53). Unter dem ehemaligen "Handelsblatt"-Chefredakteur Knipp hatte sich der Brunswick-Umsatz noch verzehnfacht.

Dietrich von Gumppenberg – ist einer der Altmeister der deutschen Kommunikationsberatung. Seine Agentur wbpr bietet die ganze Bandbreite von PR-Dienstleistungen an, der 74-Jährige selbst kümmert sich um die besonders sensiblen Fälle. So orchestrierte er etwa die vorsichtige – und erfolgreiche – Öffnung des Discount-Giganten Lidl gegenüber den Medien und damit der Öffentlichkeit. Ein anderer langjähriger Kunde des Adeligen, der für die FDP bereits mehrfach im bayerischen Landtag saß, ist der Fleischunternehmer Clemens Tönnies, der sich seit Jahren einen Rechtsstreit mit seinem Neffen Robert um die Macht im Milliardenkonzern liefert. Gumppenbergs Spezialität ist Krisen-Kommunikation. Bei allem Geschäftssinn, gibt es für Gumppenberg allerdings auch Grenzen: Sein Mandat für den hochumstrittenen Schweinezüchter Adrians Straathof, dessen wenig artgerechte Methoden gerade erst wieder bei Report Mainz am Pranger standen, hat er zu Ende 2015 beendet.

Michael Inacker – Der Ex-Journalist ist derzeit die große Unbekannte in der Szene. Er hat von Ex-Bild-Chef Hans-Hermann Tiedje den Chefposten bei der Kommunikationsagentur WMP Eurocom übernommen, die Tiedje gegründet hatte und die schon für viele große Unternehmen in zum Teil sehr heikler Mission unterwegs war. Der 51-Jährige war Journalist, zuletzt als Vize-Chef des Handelsblatts, aber auch schon Kommunikator großer Unternehmen, etwa des Handelskonzerns Metro. Im Sommer 2013 war er bereits als neuer Chefsprecher der Siemens AG berufen, bevor dann aber Vorstandschef Peter Löscher fiel und dessen Nachfolger Joe Kaeser am Amtsinhaber festhielt. Lesen Sie das Porträt des derzeitigen, erst 40-jährigen Branchenführers Alexander Geiser im manager magazin.

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