Samstag, 30. Juli 2016

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Siemens-Chef umgarnt Aktionäre Kaeser erfüllt Klassenziel und lockt mit höherer Dividende

Renditeziel gerade so erfüllt, doch beim Gewinn im vierten Quartal bleibt Siemens-Chef Joe Kaeser unter den Erwartungen der Märkte zurück Dafür lockt er die Aktionäre mit einer höheren Dividende und Aktienrückkäufen

Siemens versucht seine gebeutelten Aktionäre mit einer erneuten Dividendenerhöhung bei der Stange zu halten. Zudem plant der Elektrokonzern einen weiteren Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu 3 Milliarden Euro.

Die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr soll um 20 Cent auf 3,50 Euro erhöht werden, wie das Dax-Schwergewicht am Donnerstag mitteilte. Experten hatten mit einer Dividende in dieser Höhe gerechnet. Es ist die zweite Anhebung in Folge, nachdem die Ausschüttung die drei Jahre davor stabil bei 3 Euro geblieben war.

Siemens-Anteilseigner hatten zuletzt wenig Freude an ihren Papieren. Die Aktie verlor im bisherigen Jahresverlauf knapp 2 Prozent an Wert und entwickelte sich damit deutlich schwächer als der deutsche Leitindex.

Gewinn im vierten Quartal bricht mehr als ein Drittel ein

Im vierten Quartal hat der Konzern hat trotz hohen Auftragseingangs und steigenden Umsätzen unter anderem wegen Abschreibungen einen Gewinneinbruch verbucht. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft schrumpfte binnen Jahresfrist um ein Drittel auf eine Milliarde Euro, wie der Technologiekonzern am Donnerstag mitteilte.

Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Einmal mehr sorgten böse Überraschungen aus längst abgehakt geglaubten Geschäften für den Einbruch: Siemens musste auf das Gemeinschaftsunternehmen Primetals, das der Konzern mit Mitsubishi betreibt, 138 Millionen Euro abschreiben. Primetals liefert Ausstattungen für Stahl- und Metallwerke.

Andererseits legten Umsatz und Auftragseingang stärker zu als erwartet. Die Einnahmen kletterten binnen Jahresfrist um 4 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Dabei profitierte Siemens vom schwachen Euro, der den Erlös rechnerisch nach oben trieb. Bereinigt um Währungseffekte und andere Sondereinflüsse wäre der Erlös um vier Prozent gefallen.

Der Konzern verbuchte zudem neue Aufträge über 23,72 Milliarden Euro - das waren 15 Prozent mehr beziehungsweise bereinigt um Sondereffekte 6 Prozent.

Gestecktes Renditeziel knapp erreicht

Sein angepeiltes Renditeziel schaffte Kaeser mit 10,1 Prozent Marge im industriellen Geschäft knapp. Das ist wichtig, denn sein Vorgänger Peter Löscher nahm letztlich wegen verfehlter Renditeziele seinen Hut. Angepeilt war eine Marge von 10 bis 11 Prozent, bei diesem Ziel bleibt es auch für das neue, laufende Geschäftsjahr.

Beim Umsatz erwartet Siemens währungsbereinigt ein leichtes Umsatzplus. Die Marge des industriellen Geschäfts soll etwa wie im Vorjahr bei 10 bis 11 Prozent liegen. Das Ergebnis je Aktie solle 5,90 bis 6,20 Euro erreichen, im Vorjahr lag der Wert bereinigt bei 5,18 Euro.

rei/reuters/dpa

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