Freitag, 28. April 2017

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Siemens-Chef will Konzern neu ordnen Siemens-Aufsichtsräte gegen Kaesers Masterplan

Siemens-Chef Joe Kaeser: Sein Plan, weitere Geschäfte auszugliedern und Siemens zu einer Holding umzubauen, stößt im Aufsichtsrat auf Widerstand - auch auf der Kapitalseite

Die Pläne von Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser (59), weitere Geschäfte auszugliedern, treffen auf Widerstand im Aufsichtsrat. Dies berichtet manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 24. März). Der integrierte Stammhauskonzern müsse bleiben, fordern danach Betriebsratschefin Birgit Steinborn (56) und IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner (48) in einem Informationsschreiben an die Siemens-Betriebsräte. "Den Konzern weiter zu zergliedern würde die Marke Siemens und das Unternehmen gefährden", so die beiden Aufsichtsräte.

Kaeser hatte zuletzt erkennen lassen, dass er Siemens langfristig in eine Holding umbauen und möglicherweise weitere Sparten separat an die Börse bringen will. "Wir werden bestimmt nicht die Letzten sein, die als letztes Konglomerat der Welt das Licht ausmachen", sagte Kaeser Anfang Februar auf der Hauptversammlung. Im Interview mit "Euro am Sonntag" forderte er, Siemens müsse von einem Tanker "zu einem koordinierten und leistungsfähigen Flottenverband werden".

Vertragsverlängerung Kaesers steht nicht in Frage

Per Anfang April wird die Windsparte in Spaniens börsennotierte Gamesa eingebracht, an der Siemens im Gegenzug künftig die Mehrheit hält. Der Börsengang der Medizintechnik ist bereits angekündigt. Als weiteres Geschäft, das an den Kapitalmarkt gebracht werden könnte, nannte Kaeser die Vorzeigesparte "Digitale Fabrik".

Im Siemens-Kontrollgremium hat Kaeser die Pläne bisher nicht besprochen. In der nächsten Sitzung Anfang Mai wollen Aufsichtsräte dazu kritisch nachfragen. Auch Vertreter der Kapitalseite lehnen ein Holdingmodell ab. Das werde nicht kommen, sagte ein Kontrolleur dem manager magazin und sprach von einer "Modeerscheinung". Von der Diskussion unberührt ist die Vertragsverlängerung Kaesers, sie soll nach Informationen des Hamburger Wirtschaftsblatts auf der Aufsichtsratssitzung Anfang August beschlossen werden.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der April-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen. Die digitale Ausgabe ist hier für Sie verfügbar, ab heute liegt die Print-Ausgabe am Kiosk. Abonnenten liefern wir das frische manager magazin bereits Donnerstags in den Briefkasten oder elektronisch. Oder beides.
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