Sonntag, 19. August 2018

Siemens gibt Startschuss für Healthineers-IPO "Siemens Healthineers jetzt bereit für Börsendebüt"

Siemens-Chef Kaeser, Ivanka Trump (im April 2017 in Berlin): Medizintechnik soll noch im ersten Halbjahr an die Börse
picture alliance / Michael Sohn
Siemens-Chef Kaeser, Ivanka Trump (im April 2017 in Berlin): Medizintechnik soll noch im ersten Halbjahr an die Börse

Siemens will seine Medizintechnik-Sparte noch in der ersten Hälfte dieses Jahres an die Börse bringen, teilte der Konzern am Montag mit. Damit legt sich Siemens zwar nicht auf ein Datum fest, von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel aber nur vier Wochen, so dass Healthineers noch vor Ostern an der Börse gelistet sein könnte.

"Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt", sagte Michael Sen, Siemens-Vorstand und Aufsichtsratschef von Siemens Healthineers. Über das Volumen machte Siemens noch keine Angaben.

Michael Sen

Der Mitteilung zufolge werde es sich bei dem Börsengang um eine Zweitplatzierung von Aktien aus den bestehenden Anteilen von Siemens. Ein "bedeutender Minderheitsanteil" solle in den Streubesitz übergehen, die Mehrheit der Aktien an Siemens Healthineers werde aber langfristig bei Siemens verbleiben. Der Börsengang sei im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Börse geplant.

Nach einem früheren Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg trauen Analysten der Tochter einen Marktwert von 30 Milliarden bis 40 Milliarden Euro zu. Notiert werden könnten zunächst 15 bis 25 Prozent der Aktien. Healthineers gilt vielen Beobachtern schon als Dax-Kandidat.

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Dem Mutterkonzern könnten zwischen 6 und 10 Milliarden Euro zufließen. Das wäre dann einer der größten Börsengänge der vergangenen Jahre in Deutschland. Das Geld dürfte Siemens für Zukäufe und zum Schuldenabbau nutzen, hieß es Ende Januar in dem Bloomberg-Bericht.

Laut Siemens hat das in Healthineers separat geführte Gesundheitsgeschäft des Konzerns im vergangenen Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro erwirtschaftet und einen bereinigten Gewinn von 2,5 Milliarden Euro eingespielt, was einer Gewinnmarge von 18 Prozent entspräche.

Healthineers gilt als Weltmarktführer im Bereich von Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie. Außerdem bietet die Siemens-Tochter Systeme für Laborauswertungen und moderne Chirurgieverfahren mit minimalen Operationswunden an.

rei

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