Mittwoch, 19. Dezember 2018

Siemens-Chef bleibt bis 2021 Kaeser verlängert und bringt Medizinsparte an die Börse

Die wichtigsten Akteure bei Siemens: König Joes wichtigste Mitstreiter
REUTERS

Siemens bringt seine Medizintechniksparte im kommenden Jahr an die Börse. Die Erstnotiz solle mit dem Verkauf neuer Aktien an Anleger im ersten Kalenderhalbjahr 2018 erfolgen, teilte der Technologiekonzern am Donnerstag mit. Siemens äußerte sich damit erstmals zu Zeitplan und Form des bereits in Aussicht gestellten Börsengangs. Bisher stand auch im Raum, dass Siemens alternativ die neuen Aktien an die eigenen Investoren verschenken oder die Medizintechniksparte mit einem bereits börsennotierten Unternehmen fusionieren könnte.

Während die Sparte mit dem Namen Healthineers im dritten Geschäftsquartal im Rahmen der Markterwartungen wuchs, schnitt der gesamte Siemens-Konzern Börsen-Chart zeigen schwächer ab als von Branchenexperten prognostiziert. Die Aktie gab daraufhin am Donnerstag deutlich nach.

Vorstandschef Joe Kaeser bekräftigte jedoch die Erwartung, dass der Konzernumsatz im gesamten Geschäftsjahr 2016/17 bis Ende September leicht wächst und das Ergebnis je Aktie auf 7,20 bis 7,70 Euro von 6,74 Euro im vergangenen Jahr steigt. Der Aufsichtsrat verlängerte Kaesers Vertrag nun vorzeitig bis zum Jahr 2021.

Healthineers steigerte den Quartalsumsatz um 4 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro, das Ergebnis kletterte um 9 Prozent auf 579 Millionen Euro. Der Auftragseingang legte auf vergleichbarer Basis um 3 Prozent auf 3,46 Milliarden Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Spartenumsatz von 3,38 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 578 Millionen Euro erwartet.

Im Siemens-Konzern stiegen die Erlöse im abgelaufenen Quartal auf vergleichbarer Basis um 3 Prozent auf 21,41 Milliarden Euro. Der Auftragseingang schrumpfte um 9 Prozent auf 19,82 Milliarden Euro.

Der Gewinn im Industriegeschäft legte um 3 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit einem Umsatz von 21,78 Milliarden Euro, einem Auftragseingang von 21,43 Milliarden Euro und einem Gewinn im Industriegeschäft von 2,41 Milliarden Euro gerechnet. Die Windkrafttochter Siemens Gamesa hatte bereits von rückläufigen Geschäften berichtet.

Enttäuschender Auftragseingang

Die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen hatten Anfang Mai noch bei 133,50 Euro ein Rekordhoch erreicht. Nun notieren sie wieder auf dem Niveau von Anfang Dezember 2016.

Analysten hoben bei Siemens vor allem den enttäuschenden Auftragseingang im dritten Geschäftsquartal negativ hervor. Verantwortlich waren erhebliche Rückgänge im neu formierten Windgeschäft Siemens Gamesa und in der Stromerzeugungssparte Power and Gas. In letzterem ist unter anderem das Geschäft mit Turbinen gebündelt, das unter Überkapazitäten und Preisdruck leidet.

Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank wies darauf hin, dass die Sparte Power and Gas in den vergangene Geschäftsquartalen noch von Großaufträgen aus Ägypten zum Bau von drei Gaskraftwerken profitiert habe. Zudem habe es im Geschäft mit erneuerbaren Energien diesmal keine nennenswerten Aufträge gegeben, was im Projektgeschäft aber nicht ungewöhnlich sei.

Trotz eines unerwartet niedrigen Umsatzes des Elektrotechnikkonzerns sei die Profitabilität auf bereinigter Basis solide ausgefallen, schrieb etwa Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank. Darüber hinaus bemängelte ein Börsianer, dass das Medizintechnikgeschäft erst im ersten Halbjahr 2018 an die Börse gebracht werden soll. An welchem Handelsplatz die Aktien künftig gelistet sein werden, in Deutschland oder doch den USA, ist noch nicht entschieden.

Trotz des Rückschlages am Donnerstag summiert sich das Plus bei den Papieren von Siemens Börsen-Chart zeigen auf Sicht von zwölf Monaten immer noch auf rund 16 Prozent.

ak/rtr

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