Dienstag, 20. November 2018

Trotz Gewinnrückgang Siemens Healthineers erfreut Anleger

Computertomograph von Siemens Healthineers: Die Bildgebungssparte war im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut größter Umsatzbringer

Dank eines Schlussspurts im Geschäft mit Computertomografen und Röntgengeräten ist die Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers im ersten Jahr an der Börse mit einem blauen Auge davongekommen. Die Kosten für den Börsengang und den Abbau von 350 Arbeitsplätzen drückten den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) um 12 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro, wie Siemens Healthineers am Montag vor der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mitteilte.

Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 4 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro und erreichte die Zielmarke von 3 bis 4 Prozent. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 17,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 18,0 Prozent, weil Wechselkurseffekte die operativen Zuwächse auffraßen. Siemens Healthineers hatte eine Marge von 17 bis 18 Prozent in Aussicht gestellt.

Im vierten Quartal sank das operative Ergebnis um 6 Prozent auf 627 Millionen Euro. Nach Steuern nahm der Gewinn um 8 Prozent auf 374 Millionen Euro ab. Der Umsatz stieg bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe um 4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.

Die Aktionäre, allen voran die immer noch mit 85 Prozent beteiligte Siemens AG, erhalten eine Dividende von 70 Cent je Aktie. Das sind 55 Prozent des Nettogewinns von knapp 1,3 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro. Insgesamt 103 Millionen Euro Kosten verschlang allein der Börsengang, der der Muttergesellschaft im Frühjahr dieses Jahres 4,2 Milliarden Euro einbrachte. Die Healthineers-Aktie Börsen-Chart zeigen stieg bis zum Mittag um 3,5 Prozent auf 37,40 Euro, weil Umsatz und Gewinn im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten übertrafen.

Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Vorstandschef Bernd Montag mehr vorgenommen: "Aufgrund der Stärke unseres Portfolios in allen Segmenten und der deutlich beschleunigten Auslieferung des Labordiagnostiksystems Atellica Solution blicken wir zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2019." Dann soll der Umsatz des Erlanger Konzerns - ohne Währungseffekte - um 4 bis 5 Prozent wachsen, die Umsatzrendite auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen.

Atellica ist der große Hoffnungsträger der Labordiagnostik-Sparte, in der Siemens Healthineers weltweit die Nummer zwei hinter Roche ist. Von dem neuen System wurden 2017/18 knapp 1000 Stück ausgeliefert, davon rund 430 im vierten Quartal. Bis September 2019 soll die Zahl der installierten Atellica-Systeme auf 3200 bis 3500 wachsen, ein Jahr später sollen es 7000 sein. Die Hersteller verdienen das meiste Geld später mit den Verbrauchsmaterialien.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Bildgebungs-Sparte (Röntgen, Ultraschall, CT und MRT) erneut mit Abstand der größte Umsatztreiber und Gewinnbringer. Allein im vierten Quartal legten die Umsätze der Sparte währungsbereinigt um 6 Prozent zu, die bereinigte operative Marge lag bei 21,2 Prozent.

mg/rtr, dpa-afx

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